
Caritas und VinziWerke: Hohe Auslastung in Notschlafstellen
Die Caritas Steiermark und die VinziWerke haben am Montag in einer gemeinsamen Aussendung Bilanz über die Winternothilfe gezogen: 808 Anrufe haben die Mitarbeitenden der Caritas im vergangenen Winter am Kältetelefon entgegengenommen; eine deutliche Steigerung zu 2024/2025 (716). "Aufgrund der langen Kälteperiode war dieser Winter eine große Herausforderung für die Winternotschlafstelle und das Kältetelefon", sagt Jakob Url, Leiter der Winternothilfe der Caritas. Parallel dazu waren die Notschlafstellen stark ausgelastet; so verzeichnete die Hilfsorganisation in der Winternotschlafstelle rund 4.800 Nächtigungen und nahezu 95 Prozent Auslastung.
In Zusammenarbeit der Hilfsorganisationen mit der Stadt Graz und dem Land Steiermark sei es gelungen, die Menschen auch in Spitzenzeiten zu versorgen. "Die Tätigkeit für obdachlose Menschen ist Netzwerkarbeit", so der Caritas-Verantwortliche Url gemeinsam mit Amrita Böker von den VinziWerken: "Das soziale Netz ist in der Stadt verlässlich geknüpft und auch die Unterstützung der Bevölkerung mit Anrufen und Spenden hilft."
Die Winternothilfe war von November 2025 bis April 2026 im Einsatz. Unterstützt wird das Angebot von rund 50 Freiwilligen. Url hob den Einsatz der Ehrenamtlichen hervor, die das Kältetelefon betreuen und in den Teams gemeinsam mit Caritas-Sozialarbeitern zu den Einsätzen fahren. "Gleichzeitig zeigt sich immer deutlicher, dass es für viele Menschen aufgrund sinkender finanzieller Unterstützungen zunehmend schwieriger wird", so Url.
Bei den Ausfahrten im Winter trafen die Teams 458 Mal einen Menschen im Freien an; in 408 Fällen wurden wärmender Tee und Snacks verteilt, zudem konnten 86 Materialpakete mit Isomatte, Schlafsack und warmer Kleidung übergeben werden. 19 Mal gelang es, Menschen in eine Notschlafstelle zu vermitteln.
Hilfe auch in der warmen Jahreszeit
Das Auslaufen der diesjährigen Winternothilfe werde nun zur Herausforderung, weil das VinziNest wegen Umzugs zwei Wochen geschlossen hat, hieß es. Weil die Notschlafstelle nach zweijähriger Sanierung fertiggestellt wird, siedelt VinziNest aus dem Übergangsquartier wieder zurück ins fertiggestellte Haus. "Wir haben unsere wiederkommenden Gäste bestmöglich auf die anstehende Versorgungslücke vorbereitet. Dennoch erwarten wir einen großen Andrang in der Zeit, in der die 105 regulären Betten nicht verfügbar sein werden", gab VinziWerke-Geschäftsführerin Böker zu bedenken.
Das Übergangsquartier in Liebenau verzeichnete 2025 über 43.000 Nächtigungen bei einer ganzjährigen Auslastung von fast 85 Prozent. Das VinziNest sperrt am 20. April am Standort Maria-Stromberger-Gasse 14 wieder auf. In der Zwischenzeit bitten die VinziWerke um Unterstützung: "Wir können jede Hilfe brauchen. Egal, ob Zeit-, Sach- oder Geldspenden. Bitte unterstützen Sie uns, damit wir nach wie vor Menschen in großer Not auffangen können", so Böker.
Die ganzjährigen Einrichtungen bleiben auch während der warmen Monate geöffnet. Aktuell bittet etwa die Caritas um Sachspenden für die Notschlafstelle Arche 38 sowie die Bahnhofsmission, ein Tageszentrum für Menschen, die obdachlos sind oder Anschluss suchen. Besonders benötigt werden Kaffee, Tee, Zucker, Süßigkeiten sowie Hygieneartikel wie Einwegrasierer, Zahnbürsten und Duschgel (für Männer), so die Aussendung.
(Links: https://www.caritas-steiermark.at/hilfe-angebote/wohnen-unterkuenfte/notschlafstellen/; https://www.vinzi.at/)
Quelle: kathpress