
Katholische Frauenbewegung stellt Weichen für die Zukunft
Am 24./25. April tagte in Wien die Vollversammlung der Katholischen Frauenbewegung Österreichs (kfbö). Diese sei ganz im Zeichen zentraler Zukunftsfragen gestanden, wie die Frauenbewegung am Dienstag mitteilte. Ein inhaltlicher Schwerpunkt der Vollversammlung war demnach die Frage der Teilhabe von Frauen in der Kirche. Die Diskussionen hätten deutlich gemacht, dass Frauen bereits heute maßgeblich Verantwortung in kirchlichen Strukturen tragen, diese Realität aber oft nicht ausreichend sichtbar oder strukturell abgesichert sei. Die kirchliche Praxis und die formalen Rahmenbedingungen entwickelten sich auseinander. Die kfbö versteht diese Spannung als Auftrag zur aktiven Gestaltung.
Die kfbö-Vorsitzende Angelika Ritter-Grepl hielt dazu in der Aussendung fest: "Frauen wirken nicht nur mit, sie tragen Kirche. Diese Realität muss sich auch in Verantwortung, Entscheidung und Sichtbarkeit widerspiegeln."
Bei der Vollversammlung ging es um die Weiterentwicklung von Strukturen und Zusammenarbeit, finanzielle Absicherung und neue Modelle im Fundraising, die Vorbereitung der kommenden Leitungsübergaben und die Stärkung der gemeinsamen Verantwortung aller Ebenen. Die kfbö befinde sich in einem "Transformationsprozess, mit dem Ziel, Wirkung, Reichweite und Sichtbarkeit nachhaltig zu stärken", hieß es in der Aussendung.
Ein sichtbares Zeichen für diesen Aufbruch sei der Launch der neuen Website der kfbö, der im Rahmen der Vollversammlung präsentiert wurde. Mit dem neuen digitalen Auftritt wolle man die Kommunikation nach innen und außen stärken: durch bessere Sichtbarkeit der Themen und Anliegen, stärkere Vernetzung innerhalb der Organisation und klare Positionierung in gesellschafts- und kirchenpolitischen Fragen.
Traditionelle Katharinenfeier
Rund um den 29. April, den Gedenktag der heiligen Katharina von Siena, begeht die kfbö ihre traditionelle Katharinenfeier. Heuer fand sie bereits im Rahmen der Vollversammlung statt. Katharina von Siena (1347-1380) war Mystikerin, politische Akteurin "und eine Frau, die sich eingemischt hat", hieß es in der Aussendung: "Sie schrieb an Päpste und Entscheidungsträger und formulierte klar, wo Veränderung notwendig ist." Bis heute stehe die Heilige für eine Kirche, in der Glaube und Haltung untrennbar verbunden sind. "Katharina hat nicht gewartet, bis man ihr das Wort erteilt. Sie hat gesprochen, weil sie etwas zu sagen hatte. Das ist für uns heute Auftrag und Maßstab zugleich", führte Angelika Ritter-Grepl aus.
Die Katharinenfeier sei für die kfbö kein nostalgisches Ritual, sondern ein Moment der Selbstvergewisserung: Frauen aus ganz Österreich kämen zusammen, um ihr Engagement zu reflektieren und neu auszurichten. Für die kfbö sei Gleichberechtigung keine Forderung von außen, sondern eine Konsequenz aus dem Evangelium. Der Leitgedanke der Vollversammlung habe dies auf den Punkt gebracht: "Frauen handeln, weil sie berufen sind." Damit knüpfe die kfbö direkt an das Erbe Katharinas an: "Eine Kirche, die sich weiterentwickelt und in der Frauen ihre Stimme selbstverständlich einbringen."
Quelle: kathpress