
Grazer "Schlagergottesdienst": Veranstalter sprechen von vollem Erfolg
Der zweite "Schlagergottesdienst" in der evangelischen Christuskirche Graz ist nach Angaben der Veranstalter erneut auf große Resonanz gestoßen. Die Kirche sei bei der Veranstaltung am Sonntag bis auf den letzten Platz gefüllt gewesen, wobei die Besucherinnen und Besucher teils längere Anfahrten in Kauf genommen hätten. Der Gottesdienst fand unter dem Motto "Musik verbindet - Glaube ohne Grenzen - Kirche ist offen" statt und war inhaltlich an den Eurovision Song Contest (ESC) angelehnt.
Im Zentrum standen bekannte Schlager und ESC-Titel aus mehreren Jahrzehnten, darunter "Ein bisschen Frieden" (Nicole), "Merci Chérie" (Udo Jürgens) oder "Fly on the Wings of Love" (Olsen Brothers). Die Lieder wurden im liturgischen Rahmen mit biblischen Bezügen verbunden, insbesondere zur Vorstellung von der Kirche als "einem Leib und vielen Gliedern", so die Veranstalter.
Laut Pfarrer Friedrich Eckhardt zog sich diese Idee wie ein roter Faden durch das Programm, das Popkultur und Theologie miteinander verband. Musik sei dabei zum Mittel der Verkündigung geworden. "Schlager und Evangelium sprechen von dem, was Menschen bewegt: Sehnsucht, Hoffnung, Liebe und Schmerz", so der Pfarrer. Der Eurovision Song Contest zeige seit Jahrzehnten, dass Musik kulturelle und nationale Grenzen überschreiten könne und dabei "niemand ausgeschlossen wird". Genau dieses Prinzip verstehe auch die Kirche als Leitidee ihres Selbstverständnisses.
Erneut habe es im Vorfeld auch Zweifel gegeben: "Leute haben gefragt: Kann man mit Schlager wirklich Gottesdienst feiern? Kann man mit Eurovision-Songs das Evangelium verkündigen? Meine Antwort: Ja, denn auch diese Musik spricht die Sprache der Menschen", betonte Eckhardt. Kirchenmusik sei vielfältig, reiche von Bach bis Schlager. "Warum sollten wir uns auf eine Form beschränken? Gott ist größer als unsere Schubladen."
Der Gottesdienst war im Vorfeld medial groß angekündigt worden. Musikalisch gestaltet wurde die Feier wie bei der ersten Auflage erneut von Helmut Hussler sowie der Sängerin Feelissa. Beide hatten ihr Repertoire eigens um ESC-Beiträge erweitert. Die Texte wurden projiziert, Mitsingen war ausdrücklich vorgesehen. Bereits jetzt ist ein weiterer Termin angekündigt: Am 23. August 2026 findet der nächste Schlagergottesdienst statt, der zudem live auf ORF III übertragen wird.
Quelle: kathpress