
OÖ: Jugendliche auf Arbeitssuche drängen auf günstigeres Jugendticket
Unter dem Motto "Ich kann was! Ich bin was! Reicht das?" haben 200 Jugendliche auf Arbeitssuche in der Arbeiterkammer (AK) Oberösterreich einen uneingeschränkten und leistbaren Zugang zu Mobilität durch das Jugendticket Netz gefordert. Am Dienstag richteten sie ihre Anliegen bei der Veranstaltung "Jugend im Dialog" an Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft und Kirche, wie die Diözese Linz mitteilte. Bei dem Projekt kooperieren AK, die Betriebsseelsorge mensch&arbeit, die Bischöfliche Arbeitslosenstiftung, das Lehrlings- und Jugendzentrum ZOOM und die Katholischen Jugend. "Wer eine Lehrstelle sucht, zum Vorstellungsgespräch pendelt oder einfach am gesellschaftlichen Leben teilhaben möchte, darf nicht am Ticketpreis für Öffis scheitern", lautete der Tenor. Nun sei die Politik am Zug.
Mit dem Format "Jugend im Dialog" wollen Kirche und Arbeiterkammer jungen Arbeitssuchenden die Möglichkeit geben, ihre Erfahrungen und Sichtweisen einzubringen, erklärte Bischof Manfred Scheuer, und weiter: "Es sind Stimmen, die sonst leicht überhört werden - und gerade deshalb neue Perspektiven eröffnen. Sie erinnern daran, dass gesellschaftliche Verantwortung sich auch daran misst, ob jungen Menschen ein fairer Einstieg in die Arbeitswelt möglich gemacht wird."
Viele Hürden bei Arbeitssuche
Die Arbeitssuche gestalte sich aufgrund zunehmender psychischer Belastung und steigenden Preisen aber immer schwieriger, ging aus den Gesprächen hervor. Der Führerschein sei zu teuer und die Fahrzeiten lang. "Lehrlinge bekommen das Jugendticket Netz. Wir bekommen das nicht. Ich muss jeden Tag 3 Euro für den Bus zahlen", erklärte eine Stimme. Das Ticket sichert für eine kostengünstige Flatrate Zugang zum gesamten öffentlichen Verkehr in Oberösterreich. Der Zugang zum Jugendticket Netz müsse daher dringend ausgeweitet und vereinfacht werden.
Neben Soziallandesrat Christian Dörfel, Bischof Scheuer und AK-Vizepräsidentin Sandra Jurekovic stellten sich zahlreiche Abgeordnete sowie Spitzenvertreterinnen und -vertreter der AK, der Wirtschaftskammer, des AMS, des Sozialministeriums und oberösterreichischer Leitbetriebe den Forderungen der Jugendlichen. "Wir müssen jungen Menschen die Möglichkeit geben, ihre Sorgen zu äußern und ihre Ideen einzubringen. Nur so können wir gemeinsam mit ihnen die Zukunft gestalten", betonte AK-Präsident Andreas Stangl.
Von Jänner bis April 2026 erarbeiteten 311 Jugendliche aus arbeitsmarktpolitischen Projekten in ganz Oberösterreich die thematische Basis für das Event. Anhand der Leitfrage "Wie geht es mir im Leben und bei der Arbeitssuche?" brachten sie in Workshops und Befragungen ihre drängendsten Sorgen auch bei der 7. Auflage von "Jugend im Dialog" auf den Punkt.
Quelle: kathpress