
Domquartier Salzburg zeigt Schau zu "800 Jahre Franz von Assisi"
800 Jahre nach seinem Tod widmet das Salzburger DomQuartier einem der populärsten Heiligen der Kirchengeschichte eine Sonderausstellung. Der Titel "LebensKunst. 800 Jahre Franz von Assisi" ist Programm: Die Person des Ordensgründers und das franziskanische Leben in seiner Nachfolge werden anhand von Zeugnissen aus allen Kunstgattungen, durch Schrifttum und Gebrauchsgegenstände vom Mittelalter bis zur Gegenwart, vermittelt, wie das "Rupertusblatt" in seiner aktuellen Ausgabe berichtet. Die Schau erzählt von seiner Auslegung des Evangeliums und dem Dienst an den Armen, der die Amtszeit von Papst Franziskus und auch des Salzburger Erzbischofs Franz Lackner prägt, wie dieser vor Kurzem betonte. Zu sehen ist die Ausstellung vom 24. Mai bis zum 2. November im Nordoratorium des Museums.
Besucherinnen und Besucher erhalten bei der Schau nicht nur einen Einblick in das historische franziskanische Leben, sondern haben auch die Gelegenheit, mit aktiven Ordensmitgliedern ins Gespräch zu kommen. Mehr als 80 Brüder und Schwestern aus den verschiedensten franziskanischen Ordenszweigen stehen abwechselnd bereit, um Fragen über ihr Leben im Geiste von Franz von Assisi und ihre Gemeinschaft zu beantworten. "Der Einklang mit der Schöpfung, dem Schöpfer und den Mitmenschen, der Verzicht auf Überfluss und Luxus, um in Frieden mit der Schöpfung zu leben", habe in den franziskanischen Orden weitergelebt, sagte Gratz gegenüber dem "Rupertusblatt".
Die Exponate stammen aus Franziskanerprovinzen in Österreich, Südtirol, Deutschland und der Schweiz. Die Auswahl war groß, schließlich zählt der Hl. Franz zu den am häufigsten dargestellten Heiligen der Kunstgeschichte. "Bei dem, was wir in den Klöstern, Archiven, Bibliotheken und Kulturgutdepots der einzelnen Ordensgemeinschaften gefunden haben, hätten wir ohne Qualitätsverlust zwei oder drei Ausstellungen dieser Größe machen können", erzählte der Historiker Bernd Schmies, Geschäftsführer der Fachstelle Franziskanische Forschung in Münster. Er hat die Ausstellung gemeinsam mit Dommuseum-Direktor Reinhard Gratz und Franziskaner-Kollegen kuratiert.
Ausgestellt werden auch noch nie Gezeigtes und Raritäten. Schmies verwies hier auf franziskanische Gebetsbücher (Breviere) aus dem späten 13. bis frühen 14. Jahrhundert. Eines davon wurde sehr wahrscheinlich vom heiligen Bernhardin von Siena genutzt. Ein weiteres außergewöhnliches Objekt sei das mittelalterliche Psalmenbuch (Psalter) von Königin Elisabeth von Portugal, das durch seinen prachtvollen Einband und kunstvolle Miniaturen besteche. Ein Fokus der Ausstellung liegt auch auf der Musik und Musikgeschichte der Orden. Gezeigt werden auch Exponate zum "Sonnengesang", dem wohl bekanntesten und am weitesten verbreiteten Text von Franziskus. (Infos: https://www.domquartier.at/sonderausstellung/lebenskunst-800-jahre-franz-von-assisi/)
Quelle: kathpress