
Katholische Aktion: Enzyklika weit über Kirche hinaus von Bedeutung
Die Katholische Aktion Österreich (KAÖ) zeigt sich erfreut über die Enzyklika "Magnifica humanitas" von Papst Leo XIV. Das Schreiben enthalte klare Leitlinien zum Umgang mit technischem Fortschritt bzw. sei ein ethischer Maßstab zur Einordnung von KI, hieß es in einer Aussendung am Dienstag. "Mit seiner ersten Enzyklika stellt Papst Leo unmissverständlich klar: Technischer Fortschritt hat allen Menschen zu dienen und darf keinesfalls eingefahrene Machtverhältnisse verstärken", resümierten Präsident Ferdinand Kaineder, Vizepräsidentin Katharina Renner und Vizepräsident Thomas Immervoll. Fundament sei das Ringen um die unteilbare Menschenwürde. "Magnifica humanitas" sei damit weit über den Kreis von Gläubigen hinaus ein Angebot für die ethische Bewertung künstlicher Intelligenz.
Papst Leo spreche in seiner ersten Enzyklika nicht nur eines der drängendsten gesellschaftlichen Herausforderungen der Gegenwart an, sondern habe sein Schreiben auch "in Zusammenarbeit mit Wissenschaftler:innen, Theolog:innen und Expert:innen aus verschiedenen Disziplinen" erarbeitet, zeigte sich Vizepräsidentin Renner erfreut: "Die Analyse der künstlichen Intelligenz mit Hilfe der Soziallehre ist ein erstaunlich praktikables Werkzeug für den Umgang mit ihr. Sie ist offen für den technologischen Fortschritt und sie ist anschlussfähig für die Welt außerhalb der katholischen Kirche." Papst Leo stelle dabei unmissverständlich fest: "Technischer Fortschritt hat allen Menschen zu dienen. Er muss im Dienst des Gemeinwohls unter Wahrung der Würde jedes einzelnen Menschen angewandt werden. Das gilt auch für die KI."
An Umsetzung mitwirken
Die KAÖ wolle die Einladung des Papstes, die neuen Technologien im Licht des Evangeliums anzuwenden, gerne annehmen. "Für uns als katholische Laienorganisation, zu deren Hauptaufgaben die Mitgestaltung von Gesellschaft auf Basis von Evangelium und christlicher Sozialethik, gehört, beginnt nun die Knochenarbeit", so Vizepräsident Immervoll: "Die in der Enzyklika formulierten ethischen Grundlagen bringen wir in den Diskurs zu Entwicklung und Einsatz von KI ein. Wir schauen dabei insbesondere auf die von Papst Leo angesprochene Würde der Arbeit und die Einforderung von Transparenz in der Logik hinter Entscheidungen und Verbreitung von Inhalten."
Die KAÖ versteht "Magnifica humanitas" auch als Aufruf an Politik, Gesellschaft und Kirche, sich von einer Kultur der Macht hin zu einer "Kultur der Verhandlung" zu entwickeln. Verhandlung brauche bei aller positiver Anwendung von KI insbesondere analoge Begegnungsräume, in denen das direkte Gespräch unter Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen und Perspektiven moderiert wird. Mit ihrem neuen Projekt "MITUNTER GEGENÜBER - So klappt's auch mit der Demokratie" entwickle die Katholischen Aktion derzeit ein entsprechendes Angebot für Organisationen, Pfarren und Vereine.
Quelle: kathpress