
Pilotprojekt: Caritas holt Pflegekräfte aus Pakistan nach NÖ
Mit einem Pilotprojekt zur Anwerbung von Pflegekräften aus Pakistan will die Caritas der Diözese St. Pölten dem wachsenden Personalmangel im Pflegebereich begegnen. Ziel sei es, zunächst 15 ausgebildete Pflegekräfte mit einer Pflegeausbildung auf Bachelor-Niveau nach Österreich zu holen, sie bestmöglich zu integrieren und in den Arbeitsmarkt zu vermitteln, wie "Kirche bunt" in ihrer aktuellen Ausgabe berichtet. Gleichzeitig soll das Projekt auch die Gesundheitsversorgung im Herkunftsland stärken: Für jede Pflegekraft, die nach Österreich kommt, finanziert die Caritas mit einem Stipendienprogramm die Ausbildung einer weiteren Pflegeperson in Pakistan, die vor Ort zur Stärkung der medizinischen Versorgung beitragen soll.
Das Projekt setze bewusst nicht auf die Anwerbung von Fachkräften aus osteuropäischen Ländern, sondern aus dem rund 240 Millionen Einwohner zählenden Pakistan, das über eine junge und stark wachsende Bevölkerung verfüge, hieß es seitens der Hilfsorganisation. Wie sich beim Projektbesuch vor Ort gezeigt habe, seien im Zuge der Umsetzung jedoch noch einige behördliche und persönliche Hürden zu bewältigen. Die angehenden Pflegekräfte müssten Deutsch auf einem hohen Niveau erlernen und sich gleichzeitig durch umfangreiche Anerkennungs- und Verwaltungsverfahren arbeiten. Hinzu komme der Abschied von ihrer vertrauten Umgebung und ihren Familien. Auch wann die ersten Pflegekräfte ihre Tätigkeit in Österreich aufnehmen können, sei noch offen.
Auch Christen unter künftigen Pflegekräften
Drei der künftigen Pflegekräfte besuchte "Kirche bunt" im Rahmen einer Pressereise nach Karatschi. Sie gehören der christlichen Minderheit Pakistans an, die rund 1,5 Prozent der Bevölkerung ausmacht. Viele Christen arbeiten traditionell im Gesundheitswesen. In Pakistan können Christen ihren Glauben grundsätzlich ausüben. Gleichzeitig gibt es immer wieder Berichte über Diskriminierung religiöser Minderheiten; international kritisiert werden zudem die strengen Blasphemiegesetze des Landes, die nach Einschätzung von Menschenrechtsorganisationen auch missbräuchlich gegen Minderheiten eingesetzt werden.
Die Familien unterstützten den Wunsch ihrer Angehörigen, künftig in Niederösterreich zu arbeiten. Trotz noch offener Fragen, zeigt sich die Caritas zuversichtlich, dass die ersten Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Pilotprojekts in absehbarer Zeit nach Niederösterreich kommen werden.
Quelle: kathpress