
Menschenhandel: Malteserorden fordert entschlossenes Vorgehen
Der Souveräne Malteser-Ritter-Orden hat anlässlich des Welttags gegen Menschenhandel am Donnerstag (30. Juli) ein entschlosseneres Vorgehen gegen Ausbeutung und organisierte Kriminalität gefordert. Menschenhandel sei "kein fernes Problem, sondern eine globale Herausforderung, die auch Europa und Österreich betrifft", betonte der Botschafter des Ordens bei der Republik Österreich, Sebastian Schoenaich-Carolath, in einer Aussendung. Der Diplomat sprach sich für einen besseren Schutz von Betroffenen, mehr Prävention sowie eine verstärkte internationale Zusammenarbeit aus. Österreich - als Staat im Zentrum Europas und als Sitz zahlreicher internationaler Organisationen - sei besonders gefordert, grenzüberschreitenden Menschenhandel wirksam zu bekämpfen, erklärte Schoenaich-Carolath.
"Es geht um ein Kernthema des Christentums: die unveräußerliche Würde jedes einzelnen Menschen. Diese Würde darf niemals zur Ware werden." Die Bekämpfung des Menschenhandels sei für den Orden zudem ein zentrales Anliegen, so der Botschafter. Hinter dem Verbrechen stünden Millionen Menschen, die ihrer Freiheit beraubt und ausgebeutet würden.
"Menschenhandel ist kein fernes Problem, sondern eine globale Herausforderung, die auch Europa und Österreich betrifft. Nur durch gemeinsames Handeln, internationale Kooperation und eine konsequente Orientierung an der Würde jedes Menschen kann diesem Verbrechen wirksam begegnet werden", so Schoenaich-Carolath. Der Malteserorden appellierte daher an Politik, Wirtschaft wie Gesellschaft, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen und entschlossen gegen jede Form von Ausbeutung und Menschenhandel vorzugehen. "Der Schutz der Menschenwürde muss oberste Priorität haben", hieß es.
Nach Schätzungen internationaler Organisationen sind weltweit mehr als 50 Millionen Menschen von Menschenhandel und moderner Sklaverei betroffen. Menschenhandel zählt nach Angaben des Ordens mit einem geschätzten Jahresumsatz von rund 240 Milliarden US-Dollar zu den profitabelsten Geschäftsfeldern der organisierten Kriminalität.
Facetten des Menschenhandels
Der Botschafter verwies auf die unterschiedlichen Erscheinungsformen des Menschenhandels: Diese reichen von sexueller Ausbeutung und Zwangsarbeit über Kinderhandel bis hin zu Organhandel. Mit Sorge beobachte der Orden zudem den Anstieg digitaler Formen der Ausbeutung. Beim sogenannten Grooming würden Kinder und Jugendliche manipuliert, intime Bilder oder Videos zu erstellen, die anschließend zur Erpressung oder kommerziellen Verwertung genutzt würden. "Die Folgen für die Betroffenen sind oft lebenslang und reichen von schweren psychischen Traumata bis hin zu sozialer Ausgrenzung", so der Orden.
Malteser-Ritter-Orden
Der Malteserorden entstand in Jerusalem in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts. Er ist ein primäres Völkerrechtssubjekt und ein katholischer, religiöser Laienorden. Der Status als Völkerrechtssubjekt, der die Grundlage für die Souveränität des Malteserordens bildet, geht auf das Jahr 1309 zurück, als der Orden die Insel Rhodos als Hauptsitz wählte. Er unterhält diplomatische Beziehungen zu 115 Staaten, offizielle Beziehungen zu fünf weiteren Staaten und Botschafterbeziehungen zur Europäischen Union. Er hat ständigen Beobachterstatus bei den Vereinten Nationen und ist in den wichtigsten internationalen Organisationen vertreten. Seit 1834 hat die Regierung des Souveränen Malteser-Ritter-Ordens ihren Sitz in Rom. Fra' John Dunlap ist der 81. Großmeister.
Heute ist der Malteserorden vor allem im Bereich der sozial-medizinischen und humanitären Hilfe tätig und in über 120 Ländern präsent. Malteser International, das weltweit tätige Hilfswerk des Malteserordens, leistet Nothilfe bei Naturkatastrophen und in Kriegssituationen.
(Infos: www.malteserorden.at)
Quelle: kathpress