
Schulstart: Schönborn unterstreicht Bedeutung von Bildung
Der bevorstehende Schulbeginn erinnert Kardinal Christoph Schönborn an die prägende Bedeutung der Schule im Leben von Kindern und Jugendlichen. Die Schule sei ein "wichtiger Lern- und Lebensort", schreibt Schönborn in seiner am Freitag in der Tageszeitung "Heute" veröffentlichten Kolumne. Die Jahre der Schulzeit blieben einem "ein Leben lang in Erinnerung, hoffentlich mehr in guter als in schlechter".
In Wien, Niederösterreich und dem Burgenland beginnt am 7. September wieder die Schule, am 14. September folgen die übrigen Bundesländer. Der Kardinal betont, dass die Schulpflicht allen Kindern die Chance auf eine Schulausbildung biete. Das sei "weltweit nicht selbstverständlich".
Zugleich verweist Schönborn auf die Sorgen vieler Eltern angesichts gestiegener Lebenshaltungskosten, Mieten und Ausgaben für Schulsachen. "Die Liste der Materialien für den Schulbeginn wird immer länger, für manche Eltern eine echte Belastung", schreibt der emeritierte Wiener Erzbischof. Er verweist in diesem Zusammenhang auf die Second-Hand-Shops der Caritas, die preisgünstige Schulsachen anbieten. Allen Kindern und Eltern wünscht Schönborn ein "gutes, gesegnetes neues Schuljahr" und ruft in Erinnerung: "Eine gute Ausbildung ist ein Fundament fürs ganze Leben."
Die finanzielle Belastung rund um den Schulstart steht auch im Mittelpunkt der bereits laufenden Schulstartaktion der Wiener Caritas. Caritasdirektor Klaus Schwertner verwies beim Auftakt darauf, dass die Chancen vieler Kinder noch immer stärker vom Einkommen und Bildungshintergrund der Eltern abhingen als von ihren eigenen Talenten. Familien müssten durchschnittlich rund 2.200 Euro pro Kind für Schule und Bildung aufbringen.
Die Caritas bietet deshalb in ihren "carla"-Second-Hand-Läden günstige Schulutensilien an. Zum Sortiment gehören unter anderem Schultaschen, Federpennale, Hefte, Stifte, Malkästen und Turnbeutel; Schultaschen gibt es laut Caritas ab fünf Euro. In Wien läuft die Aktion seit Mitte August im "carla Mittersteig" und "carla Nord", solange der Vorrat reicht. Auch online werden gebrauchte Bücher, Lernspiele und Kleidung für Kinder und Jugendliche angeboten.
Unterstützung gibt es zudem bei den Bildungsangeboten der Caritas. Österreichweit warten derzeit knapp 1.000 Kinder auf einen Platz in einem Lerncafé, 180 davon in Wien und Niederösterreich. In 75 Lerncafés werden aktuell 1.989 Schülerinnen und Schüler von 1.029 Freiwilligen beim Lernen, Spracherwerb und bei Hausaufgaben begleitet. Beim Projekt "FREI.Spiel" werden rund 4.000 Kinder an 154 Schulen und Kindergärten in Wien und Niederösterreich unterstützt. Zugleich stehen 86 Bildungsstandorte auf der Warteliste.
Auch die Diakonie verweist auf die finanzielle Belastung einkommensarmer Familien. Rund 100.000 Volksschulkinder und 85.000 Kinder in der Unterstufe leben demnach in einkommensarmen Haushalten. Allein für Schultasche, Sportbeutel, Hefte, Stifte, Malfarben und Handarbeitskoffer können je nach Ausstattung 100 bis 300 Euro anfallen. Nach der Schulkostenstudie 2023/24 der Arbeiterkammer Wien mussten 55 Prozent der Haushalte im untersten Einkommensdrittel bei den Schulkosten ihrer Kinder Abstriche machen. 11 Prozent konnten sich nicht alle notwendigen Anschaffungen leisten.
Eine weitere Hilfestellung für Eltern bietet zudem der Katholische Familienverband mit einer Schulanfangszeitung, die über aktuelle Neuerungen im Schuljahr 2026/27 informiert - darunter neue Unterrichtsfächer, das Kopftuchverbot, die verpflichtenden Perspektivengespräche und weitere für Familien relevante Änderungen. Ergänzt wird der Überblick durch Informationen zu Beihilfen, Förderungen und Fristen sowie Beiträge etwa zu Neurodivergenz und zur schulischen Mitbestimmung. Die kostenlose Publikation des Katholischen Familienverbandes ist online unter www.familie.at/schulanfangszeitung abrufbar.
Quelle: kathpress