
Flüchtlingsportraits im Kulturzentrum bei den Minoriten
Am Wochenende ist in Graz die Ausstellung "GIOM: Flüchtlingsportraits/Portraits of Refugees" im kirchlichen Kulturzentrum bei den Minoriten eröffnet worden. Der in Berlin lebende französische Künstler Guillaume Bruere (GIOM), der sich in den letzten Jahren als Zeichner international einen Namen machte, fand in den Tagen vor der Eröffnung seine Motive in einem Flüchtlingsheim in Rothleiten (Steiermark). Er zeichnete Portraits von unbegleiteten Jugendlichen aus Afghanistan, dem Irak, aus Syrien und Somalia.
Wie Kurator Roman Grabner anlässlich der Ausstellungseröffnung hinwies, existierten Flüchtlinge in den Medien und in der Politik nur als Masse. GIOM versuche hingegen sich deren Individualität und Geschichte als Portraitist von Gesichtern anzunähern (zu sehen im Internet unter https://www.youtube.com/watch?v=ZtCWf-1JCW0). Erinnert wurde in der Einführung an den französisch-litauischen Philosophen Emmanuel Levinas, der im Antlitz des Anderen den Ort der Verantwortung einmahnte.
Für den Leiter des Kulturzentrums bei den Minoriten, Johannes Rauchenberger, ist diese zweite Frühlingsausstellung in seinem Haus - wie auch schon jene der Münchner Künstlerin Reinhild Gerum: "Die Blumen der Anderen" - ein Gegenstatement in der aktuellen Flüchtlingskrise. Mit den Mitteln der Kunst werde "eine andere Sicht zur wöchentlich zu beobachtenden Sprachverrohung in Medien und Politik" formuliert.
Geöffnet bleibt die GIOM-Ausstellung bis 8. Mai dienstags bis freitags von 10 bis 17 Uhr, samstags von 11 bis 17 Uhr. (Info: www.kultum.at)
Quelle: kathpress