
Caritas-Arbeit ist mehr als nur professionelle Hilfe
Wichtige Aufgabe der Caritas ist es nach den Worten von Bischof Benno Elbs, über die professionelle Sozialarbeit hinaus verzagten Menschen Mut zuzusprechen und deren Probleme "mitzutragen". Das biblische Weihnachts-Geschehen sei dafür eine gute Vorlage, sagte Österreichs "Caritas-Bischof" bei einer Adventbegegnung in Vorarlberg mit Mitarbeitern der Caritas, denen er zugleich Dank für ihren Dienst aussprach.
Täglich seien die Mitarbeiter der kirchlichen Hilfsorganisation in ihrer Arbeit mit Menschen konfrontiert, "die durch ihr Schicksal den Boden unter den Füßen verlieren und so das Gefühl haben, ins Bodenlose zu stürzen", rief der Bischof in Erinnerung. Es gehöre jedoch "zu den schönsten Aufgaben, die Menschen haben können", anderen dabei zu helfen, wieder aufzustehen und Sicherheit im Leben zurückzugewinnen.
Prophetisch werde das Handeln, wenn man den Verzagten vermitteln könne: "Habt Mut, fürchtet euch nicht! Seht, hier ist euer Gott!", so Elbs. Mit aller Professionalität sowie den je eigenen Fähigkeiten und Charismen dürften Mitarbeiter der Caritas "mitbauen, dass Menschen dieses Getragensein erfahren dürfen, dass sie in jeder Lebenssituation doch wissen, hier ist jemand da, hier steht jemand neben mir, hier ist jemand, der versucht, mich zu tragen."
Menschen sollten erfahren, dass sie in ihrer Menschlichkeit und Würde ernst genommen werden, betonte Elbs. Auch Gott habe durch seine Menschwerdung in der Krippe von Bethlehem gezeigt, dass er alles Menschliche annehme und ernst nehme. "Es ist das tiefste Anliegen seines Wesens, dass Menschen Menschen werden können, dass sie Menschen bleiben", zitierte der Bischof den aus Vorarlberg stammenden Seligen Carl Lampert.
In der sozialen Arbeit seien Professionalität, sachliche und strukturelle sowie auch politische und wirtschaftliche Lösungen nötig, so Elbs weiter. "Es braucht diese Sachlichkeit, um in der Hilfe effizient zu sein." Darüber hinaus sollten Caritas-Mitarbeiter jedoch auch die "Geduld, Nähe und Zärtlichkeit Gottes" weiterschenken. Diese Grundhaltung erst erlaube es, "dass die Herzen von Menschen wieder geöffnet werden durch Vertrauen, Mut und Zuversicht."
Quelle: kathpress