
Koreanischer Erzbischof bei Dreikönigsmesse in Salzburg
Im Zeichen einer besonderen weltkirchlichen Partnerschaft steht am Freitagvormittag der Gottesdienst zu Dreikönig im Salzburger Dom. Zusammen mit Erzbischof Franz Lackner wird der südkoreanische Erzbischof Cho Hwan-Kil aus Daegu um 10 Uhr das Pontifikalamt am kirchlichen Hochfest "Erscheinung des Herrn" (Epiphanie; im Volksmund Dreikönigstag) leiten.
Mit Daegu verbindet die Salzburger Erzdiözese seit bald fünf Jahrzehnten eine enge Diözesanpartnerschaft. Erzbischof Cho hält dieser Tage in Salzburg sein jährliches Treffen mit jenen Priestern aus seiner asiatischen Diözese ab, die in Europa studieren oder pastoralen Dienst tun.
Bei einer Begegnung im Bildungshaus St. Virgil betonte Erzbischof Lackner am Mittwochabend die große Bedeutung der insgesamt drei internationalen Diözesanpartnerschaften der Erzdiözese Salzburg mit Daegu (Südkorea), San Ignacio de Velasco (Bolivien) und Bokungu-Ikela (Demokratische Republik Kongo). Sie seien sichtbares Zeichen für die Bemühen der Erzdiözese, Weltkirche sichtbar zu machen, sagte Lackner und erinnerte an die Anfänge der Diözesanpartnerschaften nach der Salzburger Diözesansynode von 1968. Damals habe man sich zum Ziel gesetzt, den Blick zu weiten. "Der Glaube möchte geteilt werden", betonte Lackner
Die Kirche in Südkorea schätze er insbesondere wegen deren Lebendigkeit, so der Erzbischof weiter. Noch als Weihbischof der Diözese Graz-Seckau - die steirische Diözese hat mit Masan ebenfalls eine koreanische Partnerdiözese - hatte Lackner Land und Leute kennengelernt. "So viele junge Priester zu sehen ist etwas Besonderes - ein wahrer Schatz für unsere Kirche", sagte der Salzburger Erzbischof. Der Blick auf Daegu stimme ihn hoffnungsvoll: "Für uns ist es wichtig zu hören, wie der Glaube in Südkorea wächst."
In Daegu steht Erzbischof Cho an der Spitze einer Diözese mit rund 485.000 Katholiken, wobei im Diözesangebiet insgesamt 4,5 Millionen Menschen leben. Für ihn hat die Erzdiözese Salzburg Vorbildfunktion, wie er schilderte. Mit der frühen Umsetzung des Zweiten Vatikanischen Konzils durch die Diözesansynode von 1968 sei die Erzdiözese Salzburg ein Vorreiter gewesen, sagte der südkoreanische Erzbischof. Seine Erzdiözese Daegu habe besonders in der Frauen- und Kinderpastoral von konkreten pastoralen Projekten und vom spirituellen Austausch profitieren können. "Die Katholische Frauenbewegung und die Katholische Jungschar haben einen Beitrag zur Entwicklung in den Bereichen geleistet, in denen die Erzdiözese Daegu damals Schwierigkeiten hatte", so Cho.
Auch hinsichtlich der Mission hätte die Salzburger Erzdiözese ein gutes Beispiel gegeben, dem man in den vergangenen Jahren gefolgt sei, sagte der Erzbischof. Daegu entsende heute Priester in verschiedene Länder, wo sie die Seelsorge für die Menschen unterstützen. Aktuell sind neun Priester in Bolivien, drei in der Zentralafrikanischen Republik, zwei in Frankreich, einer in Pakistan und einer in Kasachstan tätig.
Junge Salzburger und Koreaner treffen sich
Seit dem katholischen Weltjugendtag 2005 in Köln haben sich auch regelmäßige Treffen zwischen Jugendlichen der Erzdiözese Salzburg und der Erzdiözese Daegu etabliert. Zuletzt waren junge Südkoreaner im vergangenen Jahr in Salzburg zu Gast. Für das nächste Treffen 2018 in Daegu hat Erzbischof Cho bereits eingeladen.
Auch Erzbischof Lackner sprach bei der Begegnung in St. Virgil eine Einladung aus: 2018 endet der Zukunftsprozess der Erzdiözese Salzburg mit einem Fest am Festtag des Hl. Rupert (Rupertitag; 24. September). Im selben Jahr feiern die beiden Erzdiözesen das 50-jährige Bestehen ihrer Partnerschaft.
Quelle: kathpress