
Auch in Österreich droht "modernes Analphabetentum"
Kardinal Christoph Schönborn plädiert dafür, den Stellenwert des Lesens in der Gesellschaft zu steigern. Er sei besorgt, dass die Sprache verarme und Menschen zusehends zu "modernen Analphabeten" werden könnten, schrieb der Erzbischof am Freitag in der Wiener Tageszeitung "Heute" in seiner regelmäßigen Kolumne. "SMS, Facebook, Twitter und ähnliches sind im Vormarsch. Selbst führende Politiker teilen ihre Ansichten immer mehr über Kurzbotschaften mit", meinte er in seiner wöchentlichen Kolumne. Wortfetzen würden den ganzen Satz ersetzen, so der Kardinal. Notwendig sei daher "eine neue Lust am Lesen".
Unmittelbarer Anlass für Schönborns Appell ist eine neuen Studie, laut der rund jeder sechste Jugendliche in Österreich nach acht Schuljahren noch immer Probleme mit dem Lesen und Verstehen einfacher Texte hat. Er selbst, so der Kardinal, werde oft von jungen Leuten nach seinem liebsten Hobby gefragt: "Meine Antwort lautet dann immer: Lesen! Bücher haben mich von Jugend an begeistert. Lesen macht mir einfach Freude. Ich gestehe, dass mir Bücher mehr Spaß gemacht haben als der Sport."
Der Wiener Erzbischof hat bereits mehrfach öffentlich für die Bedeutung des Lesens geworben. Seit mehreren Jahren ist er etwa einer der zahlreichen prominenten Unterstützer des bundesweiten Literaturfestivals "Österreich liest", mit dem Bibliotheken in allen Bundesländern mit zahlreichen Veranstaltungen die Lust aufs Lesen wecken wollen.
Quelle: kathpress