
Kärnten: Caritas sieht "offene Fragen" bei Pflegeausbildungspaket
Bei dem geplanten Pflegeausbildungspaket in Kärnten sind laut Caritas noch "einige Fragen offen". Es gehe darum, welche Rahmenbedingungen in dem Beruf herrschen und ob er so attraktiv und zumutbar sei, dass ausreichend Menschen motiviert werden können, einzusteigen, betonte der Caritas-Direktor der Diözese Klagenfurt, Ernst Sandriesser laut ORF-Kärnten am Mittwoch. Um die Pflegeausbildung attraktiver zu machen, will das Land Kärnten künftig allen Auszubildenden in der Pflege eine monatliche Prämie von 450 Euro auszahlen. Außerdem wird das Schulgeld übernommen.
1.200 bis 1.300 Schüler und Schülerinnen sind in Kärnten in Pflegeausbildungen bei der Caritas und Diakonie. 400 sollten jedes Jahr fertig werden, damit der Bedarf an Pflegekräften gedeckt werden könne, betonte Sandriesser: "Rein rechnerisch beginnen auch jedes Jahr so viele, aber nicht alle schließen die Ausbildung ab. Etwa die Hälfte steigt dann tatsächlich in diesen Beruf ein." Das Schulgeld betrage zwischen 700 und 1.600 Euro pro Jahr. Dieses alleine sei aber schon bisher kein Hinderungsgrund für Interessierte gewesen, sagt der Caritas-Direktor.
Sandriesser wies darauf hin, dass die Schülerinnen und Schüler nach wie vor unbezahlte Praktika verrichten müssten, das zu ändern, sei aber in den vergangenen 20 Jahren nicht gelungen, weil die Arbeitgeber die Sozialversicherungskosten nicht übernehmen wollen: "Es gab keine Einigung, vielleicht schaffen wir es jetzt. Die Not ist groß. Wir brauchen unbedingt Kräfte in der Pflege, der Altenfachbetreuung und Behindertenbegleitung."
Zum Ziel des Landes, die Auszubildenden anzustellen, wandte Sandriesser ein, dass zuerst geklärt werden müsse, wer die Kosten für die Sozialversicherung übernehme: "Muss das dann die Schule tragen, weil die Betroffenen an der Schule angemeldet sind?" Im Hintergrund seien noch einige Details zu klären, "die aber ganz wichtig sind".
Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung hat das Land Kärnten ein umfassendes Pflegeausbildungspaket vorgelegt, das den Beruf für Neu- aber auch Umsteiger attraktiver machen soll. Dieses umfasst ebenso ein Prämiensystem, wie die Übernahme von Schulgeldern. Zukünftig will das Land außerdem ein Anstellungssystem von künftigen Pflegefachassistenten bereits während der zweijährigen Ausbildungszeit einführen. Das sei laut Gesundheitsreferentin Beate Prettner (SPÖ) allerdings mit rechtlichen Stolpersteinen und mehreren Gesetzesänderungen verbunden. Wenn diese offenen Fragen bis September geklärt werden können, werde das Anstellungssystem in der Pflegefachassistenz, anstelle der Prämie, schon mit Beginn des nächsten Schuljahres umgesetzt, kündigte Prettner an.
Quelle: kathpress