
Caritas fordert mehr Investitionen in Österreichs Sicherheit
Verstärkte Investitionen in Österreichs Sicherheit hat der Wiener Caritasdirektor Klaus Schwertner in seinem Neujahrswunsch an die heimische Politik gefordert. Die kriegsgeplagte Ukraine und das Leid der Menschen dort dürfe nicht unbeachtet bleiben, forderte er in einem Gespräch mit der "Kronen Zeitung" (Donnerstag). "Die Bundesregierung sollte ihre Klausur Anfang Jänner nutzen und das Thema Sicherheit zum Ausgangspunkt ihres Reformplans 2026 machen", so der Appell Schwertner, der erst vor wenigen Wochen die Ukraine inmitten der russischen Angriffe besucht hatte.
Der Caritasdirektor zeigte sich besorgt über die zunehmende Unsicherheit weltweit und den Druck auf die liberale Demokratie. "Wir leben in einer maximal unsicheren Zeit. Die liberale Demokratie gerät in vielen Ländern unter Druck. Menschenrechte werden immer öfter infrage gestellt, armutsbetroffene Menschen an den Rand gedrängt." Schwertner forderte Österreich und Europa auf, aus ihrem "Dornröschenschlaf" aufzuwachen und bei gemeinsamen Sicherheitsstrategien mehr Tempo zu zeigen. Er zitierte Willy Brandt: "Sicherheit ist nicht alles, aber ohne Sicherheit ist alles nichts."
Schwertner sprach sich zudem dafür aus, die Rolle des Zivildienstes und von Hilfsorganisationen wie der Caritas und dem Roten Kreuz in der zivilen Landesverteidigung zu stärken und diese gesetzlich zu verankern. "Die Regierung muss auch die soziale Sicherheit und den sozialen Frieden ins Zentrum ihres Handelns stellen", forderte er.
Der Caritasdirektor äußerte außerdem Besorgnis über die anhaltende Teuerung und die Verfestigung der Armut in Österreich. "Armut hat sich auf zu hohem Niveau verfestigt. Und ich habe Sorge, dass die Not 2026 weiter zunimmt", sagte Schwertner. Er kritisierte die Aussetzung der Valorisierung von Sozialleistungen und des Zuverdienstes für arbeitslose Menschen. Zudem bemängelte er die steigenden Lebenshaltungskosten in Bereichen wie Wohnen, Energie und Lebensmittel.
Schwertner forderte die Einrichtung einer Kommission, die die Auswirkungen der Sparmaßnahmen im Rahmen der Budgetsanierung auf die Bedürftigen überprüft. Zudem plädierte er für eine Stärkung des Wirtschaftsstandorts, um Arbeitsplätze zu sichern. "Ich bin überzeugt: Die 'Stimme Österreichs' war stets eine Stimme der Vernunft und des Hausverstands, eine Stimme, die Sicherheit und Zusammenhalt wünscht. Diese Stimme müssen wir gemeinsam wiederfinden."
Quelle: kathpress