
Grünwidl: Christen sollen Gottsuchende bleiben
Christen sollen ein Leben lang Gottsuchende bleiben. Dazu hat der designierte Wiener Erzbischof Josef Grünwidl bei der Festmesse zum Hochfest "Erscheinung des Herrn" (Epiphanie) am Dreikönigstag ermutigt. Die biblischen Sterndeuter aus dem Osten seien die "Pioniere der Gottsuche", die bis heute weitergehe, sagte Grünwidl in seiner Predigt im Stephansdom am Dienstag. "Und wenn einfache Hirten aus der Nähe und Gelehrte aus der Ferne zum Kind nach Bethlehem und zum Glauben finden, dann bedeutet das: so unterschiedlich wir Menschen sind, so unterschiedliche Wege führen zu Gott und zum Glauben an Jesus Christus."
Geist, Seele und Körper sollten ein Leben lang auf der Suche bleiben nach Gott, und die Menschen auf ihrem Glaubensweg nie stehen bleiben, so der ernannte Erzbischof. "Wir dürfen nicht stehen bleiben in den Kinderschuhen unseres Volksschulglaubens. Wir dürfen nicht stehen bleiben in der Lebenskraft der Lebensmitte und auch nicht dann, wenn wir uns abgeklärt und altersweise empfinden. So lange wir leben, sind wir wie die Sterndeuter auf dem Weg als Gottsuchende."
Parallel zur Messe im Stephansdom schloss Papst Leo XIV. im Vatikan die Heilige Pforte am Petersdom und beendete damit das Heilige Jahr 2025. Das Motto des Jubiläumsjahrs "Pilger der Hoffnung" bleibe aktuell und solle die Gläubigen weiterhin begleiten, sagte Grünwidl. Das Kind im Stall von Bethlehem sei Licht für alle Menschen und leitender Stern auf der Lebensreise. "Wer auf Christus den Stern schaut, sich von ihm leiten lässt und zum Glauben findet, der geht nicht mehr die alten und nur eigenen Wege, sondern er wird auf einen neuen Weg, auf den Pilgerweg der Hoffnung geführt", sagte Grünwidl.
Auch Sternsinger im Stephansdom
Zum Ende des Gottesdienstes zogen die Sternsinger in den Stephansdom ein, die in diesen Tagen im ganzen Land für die Hilfsprojekte der Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar sammeln. Jährlich werden mit den Spenden der österreichischen Bevölkerung hunderte Hilfsprojekte für Menschen in Not in Afrika, Asien und Lateinamerika finanziert.
Quelle: kathpress