
Kardinäle betonen Harmonie bei Beratungen im Konsistorium
Nach knapp zweitägigen Beratungen des Kardinalskollegiums mit dem Papst haben sich mehrere Kardinäle positiv über den Verlauf und die Inhalte geäußert. Bei einer Pressekonferenz im Vatikan am Donnerstagabend sagte der Erzbischof von Bogotá, Kardinal Luis José Rueda Aparicio, das außerordentliche Konsistorium sei eine "wunderbare Erfahrung der Brüderlichkeit" gewesen. Die Kardinäle kehrten gestärkt nach Hause und zu ihren Aufgaben in der Kirche zurück.
Kardinal Stephen Brislin (Johannesburg) betonte, das Treffen habe dazu beigetragen, den bleibenden Wert des programmatischen Textes "Evangelii gaudium" von Papst Franziskus aus dem Jahr 2013 neu zu entdecken. Spätere Texte und Entscheidungen des Pontifikats hätten ihn "ein wenig verdeckt", er sei aber von großer Aktualität und Frische. Die Kirche solle den Text neu entdecken und ihn auch in der Priesterausbildung einsetzen.
Fragen, ob es bei den Beratungen des Konsistoriums auch Kritik an Lehren und Entscheidungen des verstorbenen Papstes gegeben habe, verneinten beide Kardinäle. Das gelte auch für das Prinzip der Synodalität (Mitsprache), das Papst Franziskus stark gemacht habe. Es sei dabei, zu einer Grundlage kirchlichen Handelns und Denkens auf allen Ebenen zu werden.
Der philippinische Kardinal Pablo Virgilio Siongco David zeigte sich begeistert von der Fähigkeit Papst Leos XIV. zum Zuhören. Der Papst habe viel auf seinem Notebook mitgeschrieben; er habe den Eindruck, dass der Papst Ideen und Anregungen für ein größeres Dokument sammle.
Vor der Pressekonferenz hatte der algerische Kardinal Jean-Paul Vesco vor Journalisten gesagt, bei den Beratungen sei zu spüren gewesen, dass der neue Papst einen "enormen Vertrauensvorschuss" von den Kardinälen genieße. Leo XIV. setze den Kurs seines Vorgängers Franziskus im Kern fort, wenn auch "auf geordnetere Weise und in einem anderen Stil". Er rede weniger, sei aber im Handeln klar und konsistent.
Quelle: kathpress