
"Tag des Judentums" in Linz: Begegnung mit jungen Jüdinnen und Juden
Begegnungen auf Augenhöhe sind eine zentrale Voraussetzung für einen gelingenden interreligiösen Dialog: Das war der Tenor einer Veranstaltung am Donnerstagabend an der Katholischen Privat-Universität Linz, zu der das Christlich-Jüdische Komitee Oberösterreich geladen hatte. Junge Vertreterinnen und Vertreter stellten die Projekte "Likrat" und "Dialog:Abraham" vor und suchten das Gespräch mit den Besucherinnen und Besuchern. Dem Austausch stellten sich u.a. Bischof Manfred Scheuer, Superintendent Gerold Lehner, Superintendentialkuratorin Renate Bauinger und der frühere Landeshauptmann und nunmehrige "Pro Oriente"-Linz-Vorsitzende Josef Pühringer.
Im Rahmen des Dialogprogramms "Likrat - Lass uns reden" der Israelitischen Kultusgemeinde Wien werden jüdische Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren ausgebildet und besuchen dann Schulen und andere Bildungseinrichtungen, um mit gleichaltrigen nichtjüdischen Schülerinnen und Schülern ein offenes Gespräch über ihr Jüdischsein zu führen, kritische Fragen zu beantworten und möglichen Vorurteilen entgegenzuwirken.
In der Initiative "Dialog:Abraham" wirken Studierende und junge Erwachsene mit jüdischem, christlichem oder muslimischem Hintergrund. Im Fokus steht der Austausch über theologische und gesellschaftsrelevante Themen, aber auch ein Kennenlernen von religiösen Bräuchen und die Förderung des Dialogs durch Materialien wie ein interreligiöser Feiertagskalender oder ein interreligiöses Kartenspiel.
"Jüdische Identitäten im 21. Jahrhundert"
In Salzburg gab es am Donnerstag an der Katholisch-Theologischen Fakultät einen Studiennachmittag über "Jüdische Identitäten im 21. Jahrhundert". An einen Vortrag von Daniel Gerson vom Institut für Judaistik in Bern schloss eine Podiumsdiskussion mit der deutschen Rabbinerin Jonas-Märtin, der Salzburger Judaistin Susanne Plietzsch, dem Salzburger Religionswissenschaftler Martin Rötting und Mihaly Riszovannij vom Salzburger Zentrum für Jüdische Kulturgeschichte an.
Der Dekan der Fakultät, Prof. Dietmar Winkler, hob in seinem Grußwort zur Veranstaltung hervor, dass es darum gehe, "Verständnis zu vertiefen, Vertrauen zu stärken und unsere gemeinsame Arbeit für ein respektvolles Miteinander von Religionen zu fördern". Winkler unterstrich die Bedeutung des "Tages des Judentums", den die Kirchen jedes Jahr am 17. Jänner begehen und zu dem es auch im Vorfeld immer zahlreiche christlich-jüdische Veranstaltungen gibt. Die Theologische Fakultät wisse sich dem ökumenischen, interreligiösen und gesellschaftlichen Dialog in besonderer Weise verpflichtet, so Winkler, der u.a. auch Vorsitzender der mitveranstaltenden Salzburger Pro Oriente-Sektion ist.
Um die Verbindung zwischen Christentum und Judentum bewusster zu machen, hat der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich im Jahr 2000 den "Tag des Judentums" am 17. Jänner eingeführt, an dem es vielerorts in Österreich spezielle Veranstaltungen und Gottesdienste zum Thema gibt. Der "Tag des Judentums" ist auch der Auftakt zur "Gebetswoche für die Einheit der Christen" (18. bis 25. Jänner).
Quelle: kathpress