
Führungswechsel bei ökumenischem Hilfswerk "Christen in Not"
Elmar Kuhn, langjähriger Generalsekretär des Hilfswerks "Christen in Not" tritt mit Ende Jänner seinen Ruhestand an. Sein Nachfolger an der operativen Spitze des Hilfswerks, das sich weltweit für Religionsfreiheit und Menschenrechte einsetzt, wird der bisherige stellvertretende Leiter Martin Morawetz. Kuhn wurde dieser Tage im Rahmen einer kleinen Feier in den CiN-Räumlichkeiten in Wien verabschiedet.
Die Vorstandsvorsitzende Christine Mann hob dabei die tiefe Überzeugung Kuhns hervor, "dass wirkliche und nachhaltige Veränderung in dieser Welt nur auf der Basis eines respektvollen Miteinanders vor allem der Konfessionen und Religionen gelingen kann". Kuhn verkörpere zutiefst die Ausrichtung von CiN, "nicht nur auf das Unrecht an Katholiken oder Christen hinzuschauen und zu helfen, sondern sich für alle Menschen einzusetzen, die ihre Religionsfreiheit nicht leben können".
Mann wies auch auf die zahlreichen Mitgliedschaften Kuhns in weltweit tätigen wissenschaftlichen Vereinigungen hin, etwa in der Europäischen Akademie der Wissenschaften. Dort war Kuhn fast ein Jahrzehnt Dekan der Klasse "Weltreligionen" als Nachfolger von Prof. Eugen Biser. Dazu seien Vorträge im internationalen Bereich, aber auch Lehrtätigkeit an renommierten Universitäten gekommen. Kuhn ist u.a. auch Präsident der Coalition of Faith Based Organizations.
Ökumenisch aufgestellt
"Christen in Not" ist ökumenisch aufgestellt. An der Verabschiedungsfeier nahmen u.a. auch der altkatholische Altbischof Heinz Lederleitner und der syrisch-orthodoxe Chorepiskopos Emanuel Aydin teil. Beide gehören dem CiN-Vorstand an. Weitere Vorstandsmitglieder sind etwa auch der St. Pöltner Bischof Alois Schwarz und der rumänisch-orthodoxe Bischofsvikar Nicolae Dura.
Kuhn selbst betonte in seinem Rückblick und seinen Dankesworten den gesamtchristlichen Charakter von CiN und hob zugleich hervor: "Wir wissen, dass den verfolgten Christen langfristig nur geholfen werden kann, wenn sie in ihrem nicht-christlichen Umfeld respektiert werden. Unsere Leuchtturm-Projekte zeigen, dass dies möglich ist." Man führe jedes Jahr rund 40 Projekte durch, von Peru über Pakistan und Syrien bis Nigeria. - In Nigeria wurde zudem ein Schwesterverein gegründet und Kuhn ist auch an einigen Universitäten des Landes als Lehrender aktiv.
Dass CiN 2025 mit dem Intercultural -Achievement Award des Österreichischen Außenministeriums ausgezeichnet wurde, zeige zudem, dass man auch von der Politik für das Engagement und die Expertise geschätzt werde, so Kuhn. Sein größter Dank gelte aber den vielen Spenderinnen und Spendern von CiN, die die Arbeit von CiN erst möglich machten. Er wolle eigentlich nicht von Spendern, sondern von Partnern sprechen, so der scheidende CiN-Generalsekretär.
Das 1980 gegründete ökumenische Hilfswerk CiN konzentriert seine Arbeit auf Afrika, den Nahen Osten und Asien, wo Christen als Minderheit in ihrer Existenz bedroht sind. Seit 2024 ist man zudem in Peru aktiv. CiN leistet Nothilfe bei Verfolgung und Vertreibung von Christen und Gläubigen anderer Religionen. Unter Kuhns Leitung wurden in den vergangenen 15 Jahren die nationalen und internationalen Kontakte und Kooperationen von CiN maßgeblich erweitert. Das Hilfswerk hat etwa auch Beobachterstatus im Ökumenischen Rat der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ).
(Infos: https://christeninnot.com/)
Quelle: kathpress