Lackner: Grünwidl "große Bereicherung für die Kirche Österreichs"
Von vielen Seiten kamen am Samstag Glückwünsche an den neuen Wiener Erzbischof Josef Grünwidl. Auch Österreichs Bischöfe haben nicht nur persönlich gratuliert, sondern auch in öffentlichen Stellungnahmen nochmals betont, wie sehr sie die Bischofsweihe und Amtseinführung Grünwidls als Erzbischof von Wien begrüßen. So hielt etwa Erzbischof Lackner, der Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz, fest, dass Josef Grünwidl "eine große Bereicherung für die Kirche Österreichs" sei.
Die Erzdiözese und Kirchenprovinz Wien habe nun wieder einen Bischof und Metropoliten. Josef Grünwidl habe sich diese große Entscheidung nicht leicht gemacht, so freue er sich umso mehr, so Lackner, dass Grünwidl "Ja" gesagt habe zu diesem Ruf. "Die Freude über den neuen Bischof in Wien und in der Bischofskonferenz über den neuen Mitbruder ist groß", so Lackner.
Josef Grünwidl bringe viel Gutes aus seiner umfangreichen pastoralen Erfahrung mit. Sein Wahlspruch verweise zudem auf sein musikalisches Wesen: "Die Melodie Gottes in uns aufzunehmen, sie hörbar für die Welt zu machen und in Harmonie zu bringen ist Erzbischof Josef ein ganz zentrales Anliegen, für das er an der Orgel auch wortwörtlich mit Händen und Füßen zu arbeiten gewöhnt ist. " Und Lackner schloss: "Beten wir für Wiens neuen Hirten, auf dass seine Jahre und sein Wirken lange und segensreich sein mögen!"
Scheuer: "Bodenständigkeit, Beweglichkeit, Zuversicht"
"Ich freue mich sehr darüber, dass Josef Grünwidl Erzbischof von Wien und damit auch Metropolit der Wiener Kirchenprovinz wird, zu der auch die Diözese Linz gehört", betonte Bischof Manfred Scheuer. Erzbischof Grünwidl sei in der Seelsorge, in der Theologie und in der Musik vielsprachig, das heißt, mit unterschiedlichen Stilrichtungen, Frömmigkeitsformen und Milieus kontaktfähig.
Grünwidl verbinde eine gute Bodenständigkeit und Einwurzelung mit einem Pilgerdasein und mit großer Beweglichkeit, die für den gegenwärtigen Glaubensvollzug notwendig ist. "Seine Einfachheit und seine Liebe zu den Armen haben eine hohe Symbolkraft. Ich bin überzeugt, dass er nüchtern und realistisch, aber auch mit innerer Freiheit, mit Humor und mit Zuversicht die Kirche von Wien leiten und begleiten wird", so der stellvertretende Vorsitzende der Bischofskonferenz.
Elbs: "Einfühlsam, aufmerksam, geistlich"
Mit Josef Grünwidl habe die Erzdiözese Wien einen Bischof, "der einfühlsam, aufmerksam und geistlich ist", hielt der Feldkircher Bischof Benno Elbs fest. Grünwidl bringe viel Erfahrung aus der pastoralen Arbeit mit und sei nah bei den Menschen. Nicht umsonst werde er von vielen als "Bischof von nebenan" bezeichnet. Er gratuliere Erzbischof Josef von Herzen und wünsche ihm für sein Amt "viel Mut und Feingespür, die Botschaft Jesu immer wieder lebendig zu gestalten und weiterzugeben", so Elbs.
Krautwaschl und Freitag: "Für die Menschen da"
Der steirische Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl und Weihbischof Johannes Freitag zeigten sich überzeugt, "dass die Menschen in der Erzdiözese Wien viel Freude mit Erzbischof Josef haben werden". Auch die steirischen Bischöfe würden sich auf die weitere Zusammenarbeit in der Bischofskonferenz freuen: "Gemeinsam werden wir uns bemühen, dass die Österreichische katholische Kirche weiter für die Menschen da ist, Hoffnung ausstrahlt und Gutes tut."
Glettler: Missionarisches Herz und Humor
Als ein "Fest des Glaubens für ganz Österreich" und ein "eindrucksvolles Zeugnis für die Vitalität unserer Kirche" hat der Innsbrucker Bischof Hermann Glettler die Bischofsweihe von Josef Grünwidl bezeichnet. Aufgabe der Bischöfe sei es, "den Menschen als nahbare Hirten helfen, die befreiende und heilende Botschaft Jesu von Neuem zu entdecken - gerade jetzt, in einer Zeit großer Nervosität", so Glettler. Und in Richtung des neuen Erzbischofs: "Bewahre Dir nach Möglichkeit Dein offenes, missionarisches Herz und den dazugehörigen Humor! Dein unkompliziertes, kollegiales Engagement wird uns auch in Zukunft in der Österreichischen Bischofskonferenz guttun."
Glückwünsche aus Kenia und Ecuador
Der kenianische Bischof John Binder und der ecuadorianische Bischof Gustavo Rosales Escobar habe ihre Verbundenheit über alle Kontinente hinweg mit dem neuen Wiener Erzbischof Josef Grünwidl betont. Seine persönliche Teilnahme an der Bischofsweihe sei ein großes Dankeschön für die jahrelange Partnerschaft zwischen der Erzdiözese Wien und seiner Diözese San Jacinto, so Bischof Rosales. Der Bischof aus Ecuador hob die vielfältige Wiener Hilfe im pastoralen, seelsorglichen und sozialen Bereich hervor.
In die gleiche Kerbe schlug auch Bischof Binder von der Diözese Lodwa in Kenia. Er hoffe auf eine weitere intensive Zusammenarbeit im geschwisterlichen Geist, so Binder. Die beiden Bischöfe äußerten sich am Samstag am Rande der Weihe gegenüber "radio klassik Stephansdom".
Kultusministerin Bauer gratuliert
Glückwünsche kamen am Samstag auch von Kultusministerin Claudia Bauer (vormals Plakolm): "Erzbischof Josef Grünwidl ist jemand, der die Kirche zum Klingen bringen will. Das hat die heutige Bischofsweihe und Amtseinführung sehr beeindruckend gezeigt. Und das zeigt auch sein Wahlspruch." Papst Leo habe mit Josef Grünwidl einen Erzbischof ernannt, der die Kirche und die Diözese in allen Facetten kennt. Im persönlichen Gespräch habe sie von Grünwidl einen klaren Eindruck gewonnen: "Ihm liegen besonders die Menschen am Herzen, die die Kirche Tag für Tag tragen, in der Jugendarbeit, im Ehrenamt und in den Pfarren." Das sei eine hervorragende Ausgangsbasis für die Berufung als Bischof. Sie freue sich auf die Zusammenarbeit mit Erzbischof Grünwidl und wünsche ihm Gottes Segen und Kraft für seine Aufgabe", so Ministerin Bauer.
ÖVP freut sich auf Austausch
Die Geschichte Österreichs und das spirituelle Leben vieler Österreicherinnen und Österreicher sei untrennbar mit der katholischen Kirche verbunden, hieß es in einer Aussendung der ÖVP. Darum freue man sich "auf viele Jahre des konstruktiven und wertschätzenden Austauschs mit dem neuen Erzbischof Grünwidl". Am Beginn dieses Jahres habe Erzbischof Grünwidl richtig festgehalten, "dass unsere Grundstimmung nicht von Angst und Frust, sondern von Vertrauen und Hoffnung geprägt sein sollte". Mit dieser Botschaft habe Grünwidl bereits vor seiner formellen Weihe zum Erzbischof vielen Menschen aus der Seele gesprochen, hieß es in der Aussendung.
Superintendent Geist: Freude und Weggemeinschaft
Mit "großer Freude" hat der evangelische Superintendent für Wien, Matthias Geist, auf die Weihe von Josef Grünwidl zum Wiener Erzbischof reagiert. "Als evangelische Schwestern und Brüder sind wir uns sicher, dass der gemeinsame Weg in Ökumene, interreligiösem Dialog und gesellschaftlicher Verantwortung mit dem neuen Erzbischof besonders gut gelingen wird." Jede bisherige Begegnung mit ihm und die Hoffnung auf weitere Stärkung trage auch zum positiven Klima und der Verständigung bei. "Seien Sie willkommen, sei willkommen, lieber Josef, auf unserem Weg und unserer Suche nach der Lebensgrundlage für die Menschen hier in Wien!"
Katholische Aktion gratuliert
Glückwünsche kamen auch von Reinhard Bödenauer, Präsident der Katholischen Aktion der Erzdiözese Wien. Der neue Erzbischof habe mehrmals betont, dass ihm Synodalität und Ehrenamt in der Kirche wichtig sind. "Darüber freuen wir uns sehr", so der KA-Präsident: "Bei der Umsetzung seiner Ziele stehen wir, die KA und ihre Gliederungen, ihm gerne zur Seite."
Ordensvertreter: Gemeinsam Kirche gestalten
Die Weihe von Josef Grünwidl sei ein wichtiges Signal für die Erzdiözese Wien und die Kirche in Österreich, hielten die beiden Vorsitzenden der Österreichischen Ordenskonferenz, Priorin Sr. Franziska Madl und Propst Anton Höslinger fest: "Im Namen aller Ordensleute in Österreich gratulieren wir ihm von Herzen und danken ihm, dass er diese schwierige Herausforderung auch angenommen hat."
Sie würden Grünwidl "als einen den Menschen zugewandten, reflektierten und spirituellen Seelsorger" kennen, "der aus einer geistlichen Mitte heraus handelt, nahe an den Menschen ist und mit viel pastoraler Erfahrung auftritt". Diese Eigenschaften würden ihm helfen, die Kirche durch die herausfordernden Jahre des Umbruchs zu führen. "Für diese Aufgabe wünschen wir ihm Kraft, Zuversicht, Gottes Segen - und Menschen, die ihn tragen, beraten und unterstützen", so Madl und Höslinger. Erzbischof Josef Grünwidl werde die Kirche Österreichs in den nächsten Jahren sicher prägen und in eine gute Zukunft führen.
Für die Ordensgemeinschaften sei die Weihe auch ein Moment der Zusage: "Wir verstehen uns als verlässliche Partner der Erzdiözese." Schon die Zusammenarbeit mit Grünwidl in seiner Zeit als Bischofsvikar sei geprägt gewesen von gegenseitigem Respekt und einem gemeinsamen Blick nach vorne.
"Pro Oriente" begrüßt neuen Erzbischof
Herzliche Glückwünsche kamen am Samstag auch von der Stiftung "Pro Oriente". Man habe Josef Grünwidl bereits "als guten Zuhörer, der aufrichtig an einer Intensivierung der ökumenischen Zusammenarbeit interessiert ist, kennen und schätzen gelernt", so "Pro Oriente"-Präsident Clemens Koja: "Wir freuen uns sehr auf die weitere Zusammenarbeit mit dem neuen Erzbischof, der als Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung 'Pro Oriente' nun auch sozusagen unser oberster Brückenbauer ist." Man werde Erzbischof Grünwidl in seinem Dienst an der Einheit "wo immer wir können, nach besten Kräften unterstützen".
Kirchenvertreter für Ökumene zuversichtlich
Von einem großen Tag und großen Fest nicht nur für die Erzdiözese Wien und die Katholische Kirche, sondern für alle Kirchen in Österreich hat der Vorsitzende des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ), Bischof Tiran Petrosyan, im Anschluss an die Bischofsweihe gesprochen. Er sei zuversichtlich, "dass wir den begonnenen Weg der Zusammenarbeit weitergehen, vertiefen und weiter entwickeln", so Petrosyan gegenüber Kathpress. Herzliche Glückwünsche kamen nach der Weihe auch von der evangelischen Bischöfin Cornelia Richter. Der neue Wiener Erzbischof Josef Grünwidl sei jemand, "der wirklich auf die Menschen zugeht und mit ihnen lebt", so Richter. Grünwidl sei authentisch und lebe das, was er sage. Für die Ökumene erwarte sie sich "nur Gutes". Grünwidl habe bereits sehr viele Zeichen der Verbundenheit und der Gesprächsbereitschaft gesetzt, "und ich bin sicher, dass das ein sehr gutes Miteinander wird", so die Bischöfin.
Bundeskanzler: "Ein schöner Tag für Österreich"
"Es war ein schöner Tag für die Erzdiözese Wien und auch für ganz Österreich." - So hat sich Bundeskanzler Christian Stocker unmittelbar nach der Bischofsweihe von Josef Grünwidl im Gespräch mit "radio klassik Stephansdom" geäußert. Das Gemeinsame sei im Mittelpunkt der Feier gestanden. Die Kirche sei ein wesentlicher Teil der Gesellschaft, und der neue Erzbischof werde seinen Beitrag leisten, um die vielen Herausforderungen, denen sich Österreich gegenübersieht, zu meistern. Josef Grünwidl sei eine Persönlichkeit, "die vieles verbindet, was diese Gesellschaft heute braucht und ich wünsche ihm in seiner neuen Aufgabe alles erdenklich Gute", so Stocker.
Bischof Oster beeindruckt
Auch der Passauer Bischof Stefan Oster zeigte sich im Anschluss an die Weihe beeindruckt vom Glaubensfest. Passau ist die Mutterdiözese der Erzdiözese Wien. Oster würdigte u.a. die bei Grünwidl so spürbare Offenheit, mit der dieser auf die Menschen zugehe. Zugleich betonte Oster die große Bedeutung der Erzdiözese Wien für ganz Österreich und darüber hinaus. Grünwidl trete diesbezüglich in große Fußstapfen von Kardinal Schönborn, so der Passauer Bischof, der sich zugleich überzeugt zeigte, dass der neue Erzbischof jedenfalls dieser Aufgabe gewachsen sei.
Quelle: kathpress