Diakonie: Zivildienst soll attraktiver werden
In der Frage der Reform des Zivildienstes hat die Diakonie auf dessen Bedeutung als Friedens- und Sozialdienst hingewiesen und die Bundesregierung aufgefordert, den Zivildienst attraktiver zu gestalten. Der Zivildienst diene der sozialen Sicherheit, "und die ist wesentlich für Demokratie und Frieden. Genauso wie internationale Einsätze", betonte Diakonie-Direktorin Maria Katharina Moser in einer Aussendung am Montag. Das evangelische Hilfswerk fordert die Beibehaltung der Anrechenbarkeit des Freiwilligen Sozialjahres auf den Zivildienst, die Erweiterung der Hilfstätigkeiten der Zivildiener, den Abbau bürokratischer Hürden, die Aufwertung des Zivildienstes in Kindergärten und zwölf Monate als absolute Obergrenze für die Verlängerung des Zivildienstes.
Dass Bundesministerin Claudia Bauer den Zivildienst als "wichtige Säule" für Pflege, Behindertenbereich und Kindergarten würdige und den Zivildienst attraktiveren wolle, wird von der Diakonie begrüßt, hieß es. Die Anrechenbarkeit des Freiwilligen Sozialjahres auf den Zivildienst sei dafür entscheidend, so Moser. Sie sei nämlich ein wesentlicher Baustein für die Attraktivität des Zivildienstes, gerade in den von Bauer mehrfach angesprochenen Bereichen Pflege und Gesundheit in Österreich. Die betroffenen Organisationen fordert die Diakonie im Reformprozess zur breiten Beteiligung auf.
Um mehr Menschen für den Zivildienst zu begeistern, schlägt die Diakonie eine Erweiterung der Hilfstätigkeiten vor. "Ein qualifizierter Einsatz ist immer noch mit bürokratischen, praktischen und finanziellen Hürden verbunden. Daher können Einrichtungen zu wenig Gebrauch davon machen", so Moser. Zudem fordert die Diakonie auch eine Aufwertung des Zivildienstes in Kindergärten. Diese sind in Kategorie 3 eingestuft, d.h., sie bekommen kein Zivildienstgeld vom Bund. "Wieso Kindergärten nicht gefördert werden, ist für uns nicht erschließbar", erklärte Moser.
Debatte um Wehr- und Zivildienst
Die Regierung diskutiert derzeit eine Verlängerung der Wehrpflicht. Damit einhergehen müsse auch eine Verlängerung des Zivildienstes, sodass sich auch zukünftig ausreichend Rekruten für den Grundwehrdienst beim Bundesheer melden, erklärte Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP). Der Zivildienst soll damit von neun auf zwölf Monate ausgeweitet werden. Eine Entscheidung über die Verlängerung der Wehrpflicht soll es laut Tanner bis zum Sommer geben.
Die für den Zivildienst zuständige Ministerin Claudia Bauer will die Zivildienstdauer - wenn überhaupt - nur in begrenztem Ausmaß erhöhen, sagte sie in der ORF-"Pressestunde" am Sonntag. "Ich denke, bei zwölf Monaten sollte ganz klar die Grenze sein." Anerkennungen von freiwilliger Arbeit will Bauer überdenken.
Quelle: kathpress
