
Organisationen: Sozialhilfekürzung trifft besonders Kinder und Familien
Die im Raum stehenden Verschlechterungen in der Sozialhilfe sowie Kürzungen im Sozialbereich und bei den Familienleistungen werden jene am meisten treffen, "die ohnehin am wenigsten haben": Davor haben Kinderrechteorganisationen und Interessensvertretungen in einem gemeinsamen Schreiben ausdrücklich gewarnt. Die Sozialhilfekürzungen würden dabei vor allem auf Kosten der Kinder gehen und die Kinderarmut weiter verschärfen. Konkret seien 344.000 armuts- oder ausgrenzungsgefährdete Kinder und Jugendliche in Österreich betroffen, die 37 Prozent der Sozialhilfeempfänger ausmachen. Die Folgekosten von Kinderarmut kämen aber auch der ganzen Republik teuer zu stehen, teilte der Zusammenschluss am Montag mit.
"Wer bei Sozialleistungen für Kinder kürzt, löst damit nicht nur Stress, Belastungen und Leid bei den Betroffenen aus, sondern führt auch zu höheren Folgekosten für die Republik, etwa durch höhere Gesundheitsausgaben, geringere Steuereinnahmen oder Arbeitslosigkeit", hieß es seitens der Organisationen. Zu ihnen gehören Caritas, Diakonie, Katholische Sozialakademie Österreichs (ksoe), Katholische Jungschar, Vinzenzgemeinschaft VinziWerke und Volkshilfe. Die Folgekosten von Kinderarmut beliefen sich laut OECD schon jetzt auf rund 18 Milliarden Euro jährlich.
Während die Sozialhilfekürzungen für Familien existenzbedrohend seien, leisteten sie kaum einen Beitrag zur Haushaltskonsolidierung, hieß es weiter: "Denn das ohnehin knappe Haushaltsbudget muss umgehend wieder für das Nötigste, also Wohnen, Energie und Lebensmittel, ausgegeben werden. Dabei macht die Sozialhilfe in Österreich ohnehin weniger als 0,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus."
Im Blick auf die noch ausstehenden Verhandlungen warnten die Organisationen vor der Anrechnung der Sozialhilfe auf die Familienbeihilfe, Einsparungen bei Familienleistungen und von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich großen Kürzungen bei den Kinderzuschlägen. Erschwerend hinzu kämen Kürzungen bei der sozialen Infrastruktur für Kinder und Jugendliche, wie etwa bei den Jugendzentren oder Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe.
Die Organisationen fordern eine finanzielle Absicherung für Kinder und Jugendliche, die armutsfest ist, sowie den Ausbau kindbezogener Sozialleistungen. "Denn nur so können wir davon sprechen, dass wir die Kinderrechte in Österreich tatsächlich einhalten", so die Unterzeichnenden abschließend.
Quelle: kathpress