
Marketz: Fastenzeit nicht Selbstzerstörung, sondern Neuordnung
Die Erfahrung von Zerbrechlichkeit und Endlichkeit hat der Kärntner Diözesanbischof Josef Marketz am Aschermittwoch (18. Februar) in den Mittelpunkt seiner Predigt im Klagenfurter Dom gestellt. Der Aschermittwoch konfrontiere, so der Kärntner Bischof, "mit dem, was brüchig ist in uns, mit unseren Wunden und mit unserer Endlichkeit". Die Fastenzeit sei daher "keine Zeit der Selbstzerstörung, sondern eine Zeit der Neuordnung" und lade dazu ein, "Gott an unsere Bruchstellen heranzulassen". Die Feier bildete zugleich den Auftakt des diesjährigen Projekts "Kunst im Dom".
Die Kunstinstallation des Oberkärntner Bildhauers Hans-Peter Profunser im Klagenfurter Dom zum Thema "Transformation" setzt laut Marketz bei der menschlichen Zerbrechlichkeit an. "Wir sehen Figuren mit Rissen und Brüchen, Gestalten, die nicht glatt und makellos erscheinen, sondern gezeichnet vom Leben sind", so der Kärntner Bischof. Dies sei gleichermaßen ein Spiegel des eigenen Lebens.
"Wir tragen alle Wunden, sichtbare und unsichtbare, mit uns. Enttäuschungen, Verluste, zerbrochene Beziehungen, manches in unserem Leben ist nicht vollkommen", so der Bischof. Die Installation lade dazu ein, ehrlich auf das eigene Leben zu blicken und zu fragen, wo Heilung gebraucht und erhofft werde. Verwandlung geschehe nicht durch das Verdrängen von Wunden, sondern durch ihr Annehmen, betonte Marketz.
Bei den Figuren Profunsers werde "eine Bewegung nach vorne erkennbar, von der Beugung zum aufrechten Gehen, vom Gebrochenen in das neu Geordnete". Darin liege "die große, wichtige Botschaft des Glaubens: Gott verwandelt Wunden, er löscht sie nicht aus. Er macht aus Bruchstellen Durchbrüche", so der Kärntner Oberhirte.
Das Künstlergespräch mit Hans-Peter Profunser und Dompfarrer Allmaier im Rahmen der diesjährigen "Kunst im Dom" findet am Sonntag, 1. März, um 16 Uhr statt.
Quelle: kathpress