
Weihbischof Hofer: Aschermittwoch "radikaler Einschnitt"
Fasten ist keine "Schlankheitskur", sondern ein geistlicher Vorgang: Die vorösterliche Zeit könne dazu genutzt werden, "wieder neu zur eigenen Mitte vorstoßen, unter die Oberfläche schauen und das rechte Maß finden", hat Weihbischof Hansjörg Hofer am Aschermittwoch im Salzburger Dom dargelegt. Aschermittwoch, den er als "radikalen Einschnitt im Jahreskreis" und Übergang vom Faschingsdienstag zur Fastenzeit bezeichnete, zeige, dass "beides zum katholischen Leben ganz wesentlich dazugehört: das Feiern und die Besinnung".
Zugleich erinnerte Hofer an die beiden zentralen Mahnungen der Liturgie: "Bedenke, Mensch, dass du Staub bist!" und "Bekehre dich und glaub an das Evangelium!". Zwar sei es unbequem, von der Vergänglichkeit des Lebens und "der Tatsache, dass wir als Menschen alle immer wieder schuldig werden" zu sprechen, doch gerade deswegen sei diese Botschaft wichtig und unerlässlich, so der Weihbischof. Angesichts der "Auswirkungen menschlicher Schwächen wie Hochmut, Gier und Bequemlichkeit", aber auch des Umgangs mit der Umwelt und der zahlreichen Kriege sei es "höchst an der Zeit, an eine Rückbesinnung auf das Wesentliche zu denken".
Der zweite Appell des Tages - "Bekehre dich!", also "Kehr um!" - meine ein bewusstes Überdenken des eigenen Lebenswandels, erläuterte der Weihbischof. Es liege in der Natur des Menschen, "immer wieder in seine alten und mitunter auch schlechten Gewohnheiten zurückzufallen". Fasten sei daher "mehr als angebracht".
Dabei gehe es nicht nur um Verzicht. Fasten könne auch "ein Mehr" sein: "Ein Mehr an Rücksicht, ein Mehr an Liebe, ein Mehr an sozialer Betätigung, ein Mehr an Zeit für andere, ein Mehr an Gebet, ein Mehr an Kirchenbesuch usw." Ziel sei es, bewusster und wesentlicher zu leben. Wer sich an das bewährte Rezept der Kirche "Fasten, beten und Almosen geben" halte, dem werde "ein Stück innere Freiheit geschenkt", so Hofer. Das vorösterliche Fasten solle jedes Jahr aufs Neue Anlass sein, "die eigenen Selbstverständlichkeiten kritisch in den Blick zu nehmen".
Quelle: kathpress