
Schönborn: Zum Fasten gehört auch Beten und Gutes tun
Was das Fasten im religiösen Sinn von anderen Formen unterscheidet, hebt Kardinal Christoph Schönborn in seiner Freitagskolumne in der Gratiszeitung "Heute" hervor. Fasten habe in allen Religionen einen festen Platz. Es werde unterschiedlich praktiziert, hat aber immer den Sinn der Erneuerung an Leib und Seele, so der Kardinal: "Gesund werden an Leib und Seele, das ist auch das Angebot vieler Fastenkuren. Manche verlangen recht viel dafür, dass man wenig isst!" Zum religiösen Fasten würden aber immer zwei weitere Elemente dazugehören: "Beten und Gutes tun."
Schönborn: "Das Fasten soll das Herz öffnen für Gott und den Nächsten. Nur für die eigene Gesundheit zu sorgen, so wichtig das ist, genügt nicht." In der Bibel werde das Fasten ohne Nächstenliebe scharf kritisiert, erinnert der Kardinal und fügt hinzu: "Brich dem Hungernden dein Brot, sorge für den Obdachlosen, bekleide den Bedürftigen, das ist ein Fasten, wie ich es wünsche, sagt Gott. Ihnen allen eine gute Fastenzeit!"
"Blick für Gott und die Menschen öffnen"
Ähnlich Schönborn hat sich auch der steirische Weihbischof Johannes Freitag über das christliche Fasten geäußert. Christliches Fasten habe mehrere Seiten, so der Bischof in einem Beitrag für die steirischen "Landwirtschaftlichen Mitteilungen". Eine davon sei ein einfacherer Lebensstil. Doch richtig verstanden sei Fasten kein Selbstzweck: "Es öffnet den Blick für Gott und für die Menschen."
Wer innehält, höre besser zu: "Dem eigenen Inneren, den Sorgen anderer, den leisen Tönen des Lebens. So wird die Fastenzeit zu einer wertvollen Zeit für Gespräche, für Nachdenken über das eigene Leben, über Werte und Überzeugungen." Am Ende der Fastenzeit, zu Ostern, stehe die Gewissheit, "dass Gott mit uns ist, nicht nur wenn die Sonne scheint, sondern immer, auch dann, "wenn der Himmel grau ist und das Leben schwer fällt", so der Grazer Weihbischof.
Quelle: kathpress