
Kirchensportler nach Olympia: Medaillenfreude und Sicherheits-Sorge
Mit 18 Medaillen zieht Österreich bei den Olympische Winterspiele 2026 eine Erfolgsbilanz: Fünfmal Gold, achtmal Silber und fünfmal Bronze bedeuten Rang neun im Medaillenspiegel. Für die Diözesansportgemeinschaft Österreich (DSGÖ) ist das ein Grund zur Freude, die dennoch auch mit einigen mahnenden Worten verbunden ist.
"Es waren sehr gute Spiele", lobte DSGÖ-Bundesvorsitzender Sepp Eppensteiner den Gastgeber Italien für die Wettkämpfe in Mailand und Cortina d'Ampezzo, besonders aber auch die heimischen Athletinnen und Athleten. Hinter jeder Medaille stünden jahrelange Arbeit, Verzicht und außergewöhnlicher Wille. "Dieser Einsatz verdient tiefsten Respekt", so Eppensteiner. Österreich habe einmal mehr seine Rolle als Wintersportnation von Weltrang unter Beweis gestellt.
Besonders positiv hob er die Atmosphäre hervor. Die Begeisterung der Fans habe einen "gesunden Patriotismus" gezeigt, der verbinde, ohne andere abzuwerten. Der Sport habe damit erneut seine integrative Kraft unter Beweis gestellt, mit der er imstande sei, "positive Emotionen zu wecken und eine Gemeinschaft über Grenzen hinweg zu bilden".
Zugleich äußerte der DSGÖ-Chef Bedenken. Die Sicherheit und Gesundheit der Athletinnen und Athleten müsse oberste Priorität haben. Wirtschaftliche Interessen, spektakuläre Bilder oder Rekordjagden dürften niemals zulasten der körperlichen Unversehrtheit gehen. Auch die fortschreitende Kommerzialisierung großer Sportereignisse sieht Eppensteiner kritisch. Die Vergabe künftiger Bewerbe müsse stärker an Menschenrechts- und Nachhaltigkeitskriterien statt nach jenen der Wirtschaft ausgerichtet werden, betonte er; dennoch habe Italien sehr wohl hohe Standards gezeigt.
Mit Blick nach vorn erinnerte die DSGÖ an die Bedeutung des Breitensports: Der Glanz olympischer Erfolge dürfe nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Sport an der "Basis" - Vereine und auch auf diesem Gebiet aktive Pfarren - kontinuierliche Unterstützung benötigten. Ziel bleibe aus Sicht der Diözesansportgemeinschaft, junge Menschen nachhaltig für den Vereinssport zu begeistern und kritisch darauf zu achten, dass der Mensch beim Sport stets im Mittelpunkt bleibe.
Quelle: Kathpress