
Caritas: Humanitäre Lage im Libanon eskaliert
Die heimische Caritas schlägt Alarm: Die Eskalation der Gewalt im Nahen Osten hat dramatische humanitäre Folgen für den Libanon. Nach schweren Luftangriffen und Gefechten entlang der Grenze zu Israel wurden laut offiziellen Angaben mindestens 52 Menschen getötet und 154 verletzt. Mehr als 32.000 Menschen mussten innerhalb weniger Tage ihre Häuser verlassen. Die Caritas ist deshalb dabei, ihre Nothilfe massiv auszuweiten.
Besonders betroffen vom Krieg sind die Regionen im Süden des Libanon sowie die Bekaa-Ebene. Viele Familien seien auf der Flucht Richtung Beirut, Mount Lebanon und in den Norden des Landes. Schulen, öffentliche Gebäude und Gemeindezentren seien bereits zu Notunterkünften umfunktioniert worden. "Die Lage entwickelt sich rasant und setzt die ohnehin fragile Infrastruktur im Libanon massiv unter Druck", so Alexander Bodmann, Vizepräsident der Caritas Österreich. "Zehntausende Menschen sind innerhalb kürzester Zeit vertrieben worden. Viele Unterkünfte sind bereits überfüllt."
Caritas Libanon aktiviert Notfallmechanismus
Die Partnerorganisation Caritas Libanon habe unmittelbar nach Beginn der Eskalation begonnen, Nothilfemaßnahmen vor Ort umzusetzen. Mobile medizinische Teams wurden in den Süden des Landes entsandt, um Familien medizinisch zu versorgen und Medikamente bereitzustellen.
Gleichzeitig werden laut Caritas Gemeinschaftsküchen ausgeweitet, warme Mahlzeiten verteilt und dringend benötigte Hilfsgüter wie Matratzen, Decken und Hygieneartikel in überfüllte Notunterkünfte gebracht. Insgesamt werden derzeit hunderte Unterkünfte vorbereitet, um die steigende Zahl an Vertriebenen aufzunehmen. "Die Zahl der Binnenvertriebenen steigt weiter. Sollte der Konflikt anhalten, könnten laut aktuellen Einschätzungen mehr als eine Million Menschen innerhalb des Landes auf der Flucht sein", so Bodmann.
Diplomatie und Hilfe dringend notwendig
Die Caritas appellierte erneut an die internationale Gemeinschaft, alles zu unternehmen, um eine weitere Eskalation zu verhindern und humanitäre Hilfe in der Region zu sichern. "Humanitäre Hilfe braucht Zugang, Sicherheit und politische Unterstützung", betonte Bodmann: "Gerade jetzt sind diplomatische Initiativen entscheidend, damit Hilfe überhaupt geleistet werden kann."
Gemeinsam mit ihren Partnerorganisationen setzt die Caritas ihre Nothilfe im Libanon fort. Freiwillige, medizinische Teams und lokale Helferinnen und Helfer arbeiten unter schwierigen Bedingungen, um Familien mit dem Notwendigsten zu versorgen. "Unsere Kolleginnen und Kollegen vor Ort leisten unter enormem Druck lebensrettende Hilfe", so Bodmann: "Damit wir diese Unterstützung aufrechterhalten und ausweiten können, sind wir auf die Solidarität der Menschen angewiesen."
(Caritas-Spendenkonto: Erste Bank, IBAN AT23 2011 1000 0123 4560, Kennwort: Nahost, Online-Spenden: www.caritas.at/nahost-konflikt)
Quelle: kathpress