
Katholische Frauenbewegung fordert: Demokratie und Gerechtigkeit stärken
Das Ziel der Gleichstellung von Frauen steht national wie international erneut unter Druck: Darauf hat Österreichs größte Frauenorganisation anlässlich des Weltfrauentags am 8. März hingewiesen. "Antidemokratische und antifeministische Bewegungen gewinnen an Einfluss, Gewalt gegen Frauen bleibt auf hohem Niveau, und soziale wie wirtschaftliche Krisen verschärfen bestehende Ungleichheiten", erklärte die Katholische Frauenbewegung Österreichs (kfbö) am Freitag in einer Aussendung. "Frauenrechte sind Menschenrechte. Und Menschenrechte sind nicht verhandelbar. Wenn Gleichstellung politisch relativiert wird, betrifft das nicht nur Frauen, es betrifft die Qualität unserer Demokratie", betonte die kfbö-Vorsitzende Angelika Ritter-Grepl.
In Österreich sei jede dritte Frau im Laufe ihres Lebens von Gewalt betroffen. Gleichzeitig leisteten Frauen nach wie vor den Großteil unbezahlter Care-Arbeit. Sie seien überdurchschnittlich oft in Teilzeit beschäftigt, hätten ein höheres Armutsrisiko, insbesondere im Alter, und seien in wirtschaftlichen und politischen Entscheidungspositionen weiterhin unterrepräsentiert.
Die Umsetzung der neuen EU-Richtlinie gegen Gewalt an Frauen, der Schutz reproduktiver Rechte in einzelnen Mitgliedstaaten sowie die Absicherung von Gleichstellungsmaßnahmen in Zeiten budgetärer Sparprogramme nannte die Frauenbewegung als zentrale politische Prüfsteine. "Es reicht nicht, Gleichstellung rhetorisch zu bejahen. Es braucht strukturelle Maßnahmen: existenzsichernde Einkommen, echte Vereinbarkeit, Gewaltschutz mit ausreichender Finanzierung und eine klare Absage an jede Form von Geschlechterdiskriminierung", so Ritter-Grepl.
Grundlage des Engagements der Katholischen Frauenbewegung als christlich-feministische Stimme in Gesellschaft und Kirche sei die unantastbare Würde jedes Menschen. "Gerechtigkeit ist kein statischer Zustand. Sie muss immer wieder neu ausgehandelt werden, mit allen Betroffenen am Tisch. Partizipation ist daher kein Zusatz, sondern Kern demokratischer Kultur. Gerade Frauen müssen auf allen Ebenen mitentscheiden können. politisch, wirtschaftlich, kirchlich", erklärte Ritter-Grepl.
"Frauen stärken heißt Demokratie stärken"
Mit der Aktion Familienfasttag unterstützt die kfb seit mehr als 60 Jahren Frauenorganisationen im Globalen Süden. Aktuell werden unter anderem Projekte in Indien und Lateinamerika gefördert, die Frauen in rechtlicher Bildung, wirtschaftlicher Selbstständigkeit und politischer Mitbestimmung stärken.
Frauen seien weltweit besonders stark von den Folgen der Klimakrise betroffen, obwohl sie am wenigsten zu ihr beigetragen haben, hielt die kfblö fest. Gleichzeitig zeigten zahlreiche Projekte: Wo Frauen Zugang zu Ressourcen, Bildung und Entscheidungsräumen haben, entstehen nachhaltigere wirtschaftliche Strukturen, stabilere Gemeinschaften und tragfähigere Friedensprozesse.
"Frauen stärken heißt Demokratie stärken. Frauen stärken heißt Frieden stärken. Und Frauen stärken heißt, Verantwortung für eine gerechte Welt zu übernehmen, lokal wie global", so Ritter-Grepl.
Jahresthema "Gesundheit ist weiblich"
Mit einem zweijährigen Schwerpunkt unter dem Titel "Gesundheit ist weiblich - vielfältig, stark, unverzichtbar" lenkt die kfbö den Blick auf geschlechterspezifische Gesundheitsfragen: von medizinischer Unterversorgung über psychische Belastungen durch Mehrfachverantwortung bis hin zu globalen Ungleichheiten im Zugang zu Gesundheitsversorgung.
Gesundheit wird dabei nicht nur medizinisch, sondern ganzheitlich verstanden, als Frage sozialer Gerechtigkeit, ökonomischer Absicherung und gesellschaftlicher Rahmenbedingungen.
(Website der Katholischen Frauenbeweung: www.kfb.at)
Quelle: kathpress