
Paralympics: Olympiakaplan feiert Siegesserie mit Österreich-Team
Bei Sachertorte im Österreich-Haus oder laut jubelnd im Fan-Sektor feiert Olympiakaplan Johannes Lackner mit dem Österreich-Team die Siegesserie bei den Paralympics: Im Medaillenspiegel liegen die österreichischen Sportlerinnen und Sportler mit acht Medaillen auf Rang zwei hinter China. "Manchmal bete ich in Stille für eine unfallfreie Abfahrt, aber wenn Österreicher auf der Piste sind, schreie ich ganz laut mit den Fans mit", sagte Lackner im Kathpress-Interview am Mittwoch. So auch gestern im Aigner-Fansektor, als die 23-jährige Veronika Aigner in der alpinen Kombination in der Klasse der sehbehinderten Frauen Gold holte. "Es war ihre dritte Medaille. Und wie bei Medaillenfeiern im Österreich-Haus üblich, gab es für sie gestern auch die dritte Sachertorte", scherzte der Olympiakaplan.
"Allein gestern haben wir vier Medaillen gewonnen", freute sich Lackner mit Elina Stary, Thomas Grochar und den Aigner-Geschwistern. Bei den sehbehinderten Männern holte Johannes Aigner Bronze. Zuvor gab es einen Segen vom Olympiakaplan. Gesegnet wurde auch Aigners Kette mit Kreuzanhänger - ein Geschenk seiner Freundin, sagte Lackner. Am Mittwochabend feiert er einen Gottesdienst mit den Sportlerinnen und Sportlern im Gebetsraum des paralympischen Dorfes. Für die musikalische Gestaltung haben sich Johannes Aigner mit der Ziehharmonika und sein Guide Nico Haberl mit Gitarre angekündigt.
"Beim Gottesdienst dürfen die Athletinnen und Athleten zur Ruhe kommen und auch das Teamgefüge wird gestärkt", so Lackner, der vergangenen Sonntag mit einem evangelischen Pastor und einer Seelsorgerin aus Deutschland einen ökumenischen Gottesdienst feierte. Oft werde er nach seiner Berufungsgeschichte gefragt, und er erzähle sie gerne. "Ich will mit ihnen teilen, wie der Glaube mir Freude, Hoffnung und Sinn für mein Leben gibt, und diese Glaubenskraft an sie weiterschenken."
Anerkennung für Guides
Viele wünschten sich, dass er auch zu den Bewerben komme. "Mein Besuch gibt vielen Sicherheit, und er soll auch ein Zeichen der Anerkennung für die Leistung der Sportlerinnen und Sportler, aber auch ihrer Guides sein", so Lackner. "Das ist ein hochkomplexes Zusammenspiel. Die Begleitpersonen müssen technisch sehr gut und auf den Stil der Athletinnen und Athleten optimal abgestimmt sein."
Die Para-Athletinnen und Para-Athleten sind für Lackner "große Vorbilder und Zeugen dafür, was alles möglich ist, wenn man trotz Rückschlägen an sich glaubt". Ihre Leistung sei zugleich eine Ermutigung für andere Menschen mit Behinderung und auch für die Gesellschaft, "dass wir sie inkludieren, chancengleich aufnehmen und Sportstätten barrierefrei gestalten". Es sei eine besondere Lebensfreude, die sie trotz oder gerade wegen ihrer körperlichen Begrenzung ausstrahlten und die ihn beeindrucke, so Lackner: "Sie überwinden Grenzen."
Quelle: kathpress