
Studie: Frauen prägen Leitung von Pfarrgemeinden partizipativ
Frauen in Leitungspositionen prägen das kirchliche Leben durch mehr Mitwirkung, dialogische Führung und neue pastorale Impulse: Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie zur pastoralen Leitung von Gemeinden durch Frauen, initiiert durch Katholische Frauenverbände. "Diese Befragung ist ein Anfang. Sie macht sichtbar, welches Potenzial in pastoraler Leitung durch Frauen für die Zukunft der Kirche liegt", erklärten die Frauenverbände aus Deutschland, Österreich und der Schweiz - darunter die Katholische Frauenbewegung Österreichs (kfbö) - in einer Aussendung am Freitag.
Grundlage der Untersuchung sind 54 Fragebögen von Ehren- und Hauptamtlichen aus Gemeinden in Deutschland, Österreich und der deutschsprachigen Schweiz, die gemäß Kirchenrecht von Frauen geleitet werden. Erfasst wurden verschiedene Dimensionen pastoraler Leitung, darunter partizipative, kommunikative und seelsorgliche Führungsstile.
"Frauen in pastoraler Leitung verändern das Bild von Kirche", so die Initiatorinnen. Neben einem partizipativen Führungsstil, Förderung von Mitwirkung und gemeinschaftlicher Verantwortung würden Frauen neue pastorale Impulse setzen, so die ersten Auswertungen. Als strukturelle Herausforderungen wurden hingegen begrenzte Rechte in einem klerikalen Führungsmodell und die fortbestehende Abhängigkeit von geweihten Männern sowie die Größe der pastoralen Räume und die dadurch entstehende Fülle an Aufgaben genannt.
Weibliche Leitung wird laut Studie als Gewinn erlebt, konkret als glaubwürdig, dialogisch, lebensnah und zukunftsorientiert. Insgesamt bestätige sich, dass Frauen in Leitungspositionen Kirche durch mehr Synodalität, stärkere Beteiligung und eine bewusst zurückgenommene Machtausübung prägen, hieß es.
Initiiert wurde die Studie von den katholischen Frauenverbänden Katholischer Deutscher Frauenbund (KDFB), Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), Katholische Frauenbewegung Österreichs (kfbö), Frauenbund Schweiz und Katholische Frauenbewegung Südtirol (kfb). Die Idee entstand beim jährlichen Treffen der Verbände im April 2025. Anlass war die Frage, welche Auswirkungen es hat, wenn Frauen eine Pfarre leiten. Angestoßen wurde die Diskussion durch die französische Ordensfrau Nathalie Becquart, Untersekretärin im vatikanischen Synodensekretariat. Eine verbandsübergreifende Arbeitsgruppe entwickelte daraufhin die Umfrage.
Zudem hat kfbö-Vorsitzende, Angelika Ritter-Grepl, die Ergebnisse im Rahmen einer Delegationsreise mit dem österreichischen Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen Anfang März persönlich an Sr. Becquart in der römischen Kurie überreicht.
Quelle: kathpress