
Causa Goldenstein: Ermittlungen nach Veruntreuungs-Vorwurf eingestellt
Die Staatsanwaltschaft Salzburg hat ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Veruntreuung im Umfeld der Nonnen von Goldenstein eingestellt. Es hätten sich keine ausreichenden Hinweise ergeben, dass Spendengelder zweckwidrig verwendet worden seien, bestätigte Sprecherin Ricarda Eder am Dienstag gegenüber der APA einen Bericht des ORF Salzburg. Auch ein Bereicherungsvorsatz der beschuldigten Helferin habe nicht festgestellt werden können.
Auslöser war eine Anzeige einer Bekannten der Nonnen, die im Dezember bzw. Jänner Unregelmäßigkeiten bei Spendengeldern in Höhe von rund 32.000 Euro vermutet hatte. Konkret wurde der Sprecherin der Ordensschwestern vorgeworfen, Gelder teilweise nicht auf ein vorgesehenes Treuhandkonto eingezahlt zu haben. Die Beschuldigte wies die Vorwürfe stets zurück, bestritt eine Zuständigkeit für Finanzangelegenheiten und führte die Anschuldigungen auf interne Konflikte im Unterstützerkreis zurück.
Die Einstellung ist noch nicht rechtskräftig. Die Anzeigerin kann innerhalb von 14 Tagen eine Begründung anfordern und in weiterer Folge einen Antrag auf Fortführung des Verfahrens stellen. Erst nach Ablauf dieser Fristen gilt das Verfahren endgültig als abgeschlossen.
Der Fall der drei betagten Ordensfrauen aus Elsbethen bei Salzburg hatte in den vergangenen Monaten international Aufmerksamkeit erregt. Die Nonnen waren nach einem Aufenthalt in einem Seniorenheim gegen den Willen ihres Ordensoberen in ihr früheres Kloster zurückgekehrt, das mittlerweile der Erzdiözese Salzburg und Stift Reichersberg gehört. Offen ist, ob ihr Verbleib dort auch kirchenrechtlich gedeckt ist; eine baldige Entscheidung dazu aus dem Vatikan wird erwartet.
Zuletzt sorgten zudem ein Rechtsstreit um frühere Social-Media-Aktivitäten sowie eine Unterlassungsvereinbarung mit dem Betreiber jenes Instagram-Kanals, mit dem das Schicksal der Nonnen im Herbst weltweit bekannt geworden war, für Schlagzeilen. Nach einem Gerichtstermin am 10. März wird der zuvor zeitweise offline genommene Account "nonnen_goldenstein" nun unter dem neuen Namen "church_fluencer" weitergeführt. Das Urteil dazu ist noch ausständig.
Quelle: kathpress