
Familienverband: Familienbonus ist "Steuerentlastung, kein Goodie"
In der aktuellen Debatte um den Familienbonus hat der Katholische Familienverband Österreich scharfe Kritik an Überlegungen seiner Einsparung geübt. Hintergrund sind Aussagen von Fiskalratspräsident Christoph Badelt, der den Bonus als "Goodie" bezeichnet und dessen Abschaffung als mögliche Budgetmaßnahme ins Spiel gebracht hatte. Der Familienverband widerspricht dieser Einschätzung - diese sei "zynisch und verkennt die Lebensrealität vieler Familien", betonte Verbandspräsident Peter Mender in einer Aussendung vom Dienstag.
Der Familienbonus stelle keine zusätzliche Vergünstigung dar, sondern eine zentrale steuerliche Entlastung für Eltern, betonte Mender. Mit seiner Einführung im Jahr 2019 sei erstmals eine relevante Berücksichtigung von Kindern im Steuersystem erfolgt. Der Bonus könne bis zu 2.000 Euro pro Kind und Jahr ausmachen und sichere damit ein steuerfreies Existenzminimum für Kinder.
"Eine Abschaffung des Familienbonus heißt in der Praxis nichts anderes, als die Steuerlast für Eltern zu erhöhen", so der Verbandspräsident. Bei monatlicher Auszahlung könne sich das Einkommen um bis zu 167 Euro pro Kind verringern. Vielen sei diese Auswirkung gar nicht bewusst, sie könnte jedoch im Alltag "für viele Familien ein großes Problem werden".
Kritik äußerte der Familienverband auch im Zusammenhang mit weiteren budgetären Maßnahmen. Die ausgesetzte Inflationsanpassung bei Familienbeihilfe und Kinderbetreuungsgeld für 2026 und 2027 bedeute bereits eine zusätzliche Belastung, die in Verbindung mit der Familienbonus-Abschaffung ein "massiver Sparkurs auf Kosten des Mittelstandes" wäre. Der Familienbonus bedeute insbesondere für Familien mit kleinen und mittleren Einkommen eine Steuerentlastung.
Zugleich dankte der Verband Familienministerin Claudia Bauer für ihre ablehnende Haltung gegenüber einer Streichung des Bonus. Angesichts sinkender Geburtenraten brauche es vielmehr Maßnahmen zur Unterstützung von Familien. Diskussionen über Kürzungen würden hingegen Verunsicherung schaffen und die gesellschaftliche Leistung von Eltern in Frage stellen, so Mender.
Quelle: kathpress