
Wien: Familienverband kritisiert Abbau von Ferien-Betreuungsplätzen
Die angekündigte Kürzung der Plätze in den Wiener Summer City Camps sorgt für Kritik: 33.300 Plätze stehen heuer an 34 Standorten zur Verfügung - rund 1.200 weniger als im Vorjahr. Die Stadt Wien lasse Familien damit im Stich, erklärte der Katholische Familienverband in einer Aussendung am Donnerstag zum Anmeldestart. Angesichts steigender Nachfrage sei der Abbau von Betreuungsplätzen für Kinder "völlig unverständlich" und sende "ein fatales Signal" an Familien. "Die Plätze müssen erhalten bleiben, wenn nicht sogar dringend ausgebaut werden", fordert Konrad Pleyer, Vorsitzender des Katholischen Familienverbandes. Schon in den vergangenen Jahren erhielten viele Familien keinen Platz oder mussten lange auf Wartelisten ausharren. Eine weitere Reduktion verschärfe diese Lage dramatisch.
"Gerade in den Ferien sind Familien auf verlässliche, qualitätsvolle Kinderbetreuung angewiesen. Wer hier kürzt, setzt Eltern massiv unter Druck und lässt Kinder im schlimmsten Fall sich selbst überlassen", so Pleyer. Besonders betroffen seien Familien mit geringem Einkommen sowie Alleinerziehende. Private Anbieter kosteten oft mehrere hundert Euro pro Woche - "für viele schlicht nicht leistbar". "Hier entsteht eine soziale Schieflage, die wir nicht akzeptieren können. Kinder dürfen nicht vom Geldbörsel ihrer Eltern abhängig gemacht werden, wenn es um Betreuung, Bildung und sinnvolle Freizeitgestaltung geht", betonte Pleyer.
Außerdem kritisiert der Vorsitzende die ungleiche regionale Verteilung der Angebote: "Ferienbetreuung muss wohnortnah verfügbar sein, in allen Bezirken. Es kann nicht sein, dass Familien weite Wege auf sich nehmen müssen oder ganz leer ausgehen." Der Katholische Familienverband fordert daher eine gerechte Verteilung der Standorte in ganz Wien, keine Kürzungen bei den Summer City Camps, den Ausbau der Plätze entsprechend dem tatsächlichen Bedarf sowie leistbare und qualitätsvolle Angebote für alle Familien.
"Familien brauchen Verlässlichkeit, keine Einschnitte. Wer Vereinbarkeit von Familie und Beruf ernst meint, muss bei der Ferienbetreuung investieren statt sparen", so Pleyer.
Quelle: kathpress