
Familienverbandspräsident an Männer: "Es ist auch euer Kind"
Peter Mender, Präsident des Katholischen Familienverbandes Österreichs (KFÖ), will Paaren Mut zum Kind machen und hat im Interview mit der Wiener Kirchenzeitung "Der Sonntag" (Freitag) mehr Verantwortung bei den Männern eingemahnt. Er wolle die Männer bzw. Väter ermutigen, sich mehr in die Familienarbeit einzubringen: Damit sinke zugleich die individuelle Belastung der Frau. Sein Appell an die Männer: "Übernehmt Verantwortung, denkt mit, habt die Organisation im Blick. Es ist auch euer Kind."
Bereits in den Schulen müsse man ansetzen und verschiedene Rollenbilder thematisieren. "Meist werden die Mädchen gefragt, ob sie sich Kinder wünschen, bei jungen Burschen wird zum Beispiel bei der Berufswahl selten die Vereinbarkeit thematisiert. Das muss sich ändern", so Mender. Wenn Kinder als partnerschaftliche Verantwortung gesehen werden, sei es für Frauen leichter, Ja zum Kind zu sagen. "Das sehe ich als eine gesellschaftliche Aufgabe für uns Männer", betonte der KFÖ-Präsident.
Das Ja zum Leben sei zwar in der Kirche sehr präsent, gesellschaftlich fehle es aber an einer "Kultur, die dieses Ja trägt und bestärkt". Mender: "Was wir brauchen, ist keine Idealisierung von Familie, die mehr Druck erzeugt als Mut macht. Was wir brauchen, ist Ehrlichkeit: Ja, Familie ist anspruchsvoll. Ja, es gibt schwierige Phasen. Und gleichzeitig: Ja, es ist das Abenteuer, das das Leben bereichert."
Die Kirche könne hier viel leisten, "wenn sie nicht mit erhobenem Zeigefinger spricht; als Gemeinschaft, die trägt, begleitet und Freude vermittelt". Familienfreundliche Pfarren, Gemeinschaften, in denen Kinder willkommen sind und Eltern nicht allein gelassen werden, seien ein konkreter geistlicher Beitrag, der mehr bewirke als jede Debatte, zeigte sich der Präsident des Katholischen Familienverbandes überzeugt.
Quelle: kathpress