
Familienverband warnt vor Kürzung beim Familienlastenausgleichsfonds
Der Katholische Familienverband Österreichs spricht sich gegen eine geplante Senkung der Dienstgeberbeiträge zum Familienlastenausgleichsfonds (FLAF) aus. Aus Sicht des Verbandes wäre eine solche Maßnahme ohne alternative Einnahmequellen "nichts anderes als eine schleichende Kürzung der Familienleistungen", so der Verband in einer Aussendung vom Montag.
Kritik übt der Verband gemeinsam mit seinen Landesorganisationen daran, dass im Zuge der laufenden Budgetverhandlungen unter Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP), Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) und Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) mögliche Einschnitte bei der Finanzierung von Familienleistungen diskutiert werden. Bereits in den Jahren 2025 und 2026 seien geplante Erhöhungen von Familienleistungen aus Spargründen nicht umgesetzt worden.
Der FLAF finanziert unter anderem Familienbeihilfe und Kinderbetreuungsgeld und wird überwiegend aus Arbeitgeberbeiträgen gespeist. Diese wurden zuletzt 2025 von 3,9 auf 3,7 Prozent der Lohnsumme gesenkt. Eine weitere Reduktion ohne Gegenfinanzierung würde nach Einschätzung des Verbandes die Stabilität der Leistungen gefährden.
Grundsätzlich werden in der Stellungnahme Maßnahmen zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts und zur Entlastung der Unternehmen anerkannt. Diese dürften jedoch nicht einseitig zulasten von Familien umgesetzt werden, solange keine alternativen Finanzierungsmodelle vorliegen, so der Verband.
Der Familienverband verweist darauf, dass der Fonds seit rund 70 Jahren als zentrales Umverteilungsinstrument für Familienleistungen dient. Eine Verringerung der Einnahmen wäre "nicht nur familienfeindlich, es ist politisch kurzsichtig und unfair gegenüber den nachfolgenden Generationen". Auch angesichts der aktuell "niedrigsten Geburtenrate in der Geschichte Österreichs" wäre die sorgfältige Überprüfung geplanter Einsparungen im Familienbereich unbedingt notwendig.
Quelle: kathpress