
Caritas Steiermark: Hilfsorganisation reduziert Stellen und Angebote
Die Caritas Steiermark hat im Zuge von Förderkürzungen und anhaltendem Kostendruck Stellen reduziert und Angebote eingeschränkt. Gleichzeitig sei es gelungen, die Hilfe für Menschen in Not aufrechtzuerhalten und eine ausgeglichene Bilanz zu erreichen, geht aus dem am Freitag veröffentlichten Wirkungsbericht 2025 hervor. Als "Schockmoment" bezeichnete dabei Caritas-Steiermark-Direktorin Nora Tödtling-Musenbichler den Tag, als die Kürzungen bei Landesförderungen bekannt wurden: "Darauf folgte ein Solidarisierungsschub, der uns in unserer Haltung, für die Würde von Menschen in Not einzustehen, bestärkt und motiviert."
Das Gesamtvolumen der Organisation sank demnach von 142,7 Millionen Euro im Vorjahr auf 137,2 Millionen Euro im Jahr 2025. Die Caritas reagierte nach eigenen Angaben auf das Zusammenspiel aus Teuerung, ausbleibenden Valorisierungen öffentlicher Beiträge und gekürzten Förderungen mit strukturellen Anpassungen. So habe die Caritas der Diözese Graz-Seckau aufgrund der anhaltenden Teuerungen, der ausbleibenden Valorisierungen öffentlicher Beiträge und Förderkürzungen selbst Stellen reduzieren und Angebote einschränken müssen, hieß es.
Obwohl Tödtling-Musenbichler Verständnis für Sparmaßnahmen äußerte, dürften dies "nicht zu Lasten derer gehen, die es ohnehin schon schwer haben". Aktuell zählt die steirische Caritas laut Wirkungsbericht 2.524 Mitarbeitende und 2.267 Ehrenamtliche.
Spenden finanzieren großteils Nothilfe
Die finanzielle Verantwortung für den Bereich Nothilfe im In- und Ausland bleibt laut Vizedirektor Thomas Ferk stark spendenabhängig. Spenden ermöglichten unter anderem Projekte für Kinder und Jugendliche in Bulgarien sowie Unterstützungsangebote in Österreich, etwa im Rahmen von Programmen wie Wohnschirm Energie oder Energiesparberatung.
Neben Krisenbewältigung setzt die Caritas laut Bericht verstärkt auf Prävention und Ausbildung, etwa im Bereich der Kindergartensozialarbeit und der sozialpädagogischen Ausbildung an der BASOP (Bildungsanstalt für Sozialpädagogik). Klar positionierte sich dabei Tödtling-Musenbichler gegen Tendenzen, Bedürftige auszugrenzen, sprachlich zu stigmatisieren und abzuwerten: "Es geht darum, die Menschen ihre eigene Würde spüren zu lassen. Unsere Erfahrung ist: Wenn wir Menschen mit dem begleiten, was sie brauchen, gelingt sehr oft eine Wendung zum Guten. Dafür setzen wir uns ein - in der Überzeugung, dass es uns als Gesellschaft nur gut geht, wenn möglichst viele Menschen an einem guten Leben teilhaben."
(Link: www.caritas-wiewirwirken.at/2025)
Quelle: kathpress