
Wiener Caritas weitet Hitzepaket aus und bittet um Unterstützung
Die anhaltende Hitzewelle spitzt sich weiter zu: Für das kommende Wochenende wurde die höchste Hitzewarnstufe ausgerufen - mit Temperaturen bis zu 40 Grad. Die Caritas der Erzdiözese Wien startet deshalb eine Sachspendensammlung, öffnet eine zusätzliche Klimaoase und bittet weiter um Mithilfe und Spenden für Menschen in Not. Besonders für obdachlose und armutsbetroffene Menschen sei die Hitze herausfordernd, so die Caritas in einer Aussendung am Freitag. Schattenplätze seien mitunter rar, Trinkwasser nicht immer verfügbar und viele Menschen seien gesundheitlich so angeschlagen, dass ihnen der Weg in Hilfseinrichtungen bei der großen Hitze schwerfällt.
Caritasdirektor Klaus Schwertner betont in der Aussendung, dass die Hilfsangebote der Caritas angesichts der Hitze bereits stark genutzt werden: "Die Nachfrage ist groß. Beim Louisebus, unserer mobilen Arztpraxis, müssen unsere Ärztinnen und Ärzte aktuell mehr Menschen mit Kreislaufproblemen und niedrigem Blutdruck behandeln. Unsere Streetworkteams verteilen Wasser, Kopfbedeckungen und Sonnencreme - so viel wie selten zuvor. Und gleichzeitig versuchen wir, besonders vulnerable Menschen in Quartieren unterzubringen und sie auf geöffnete Klimaoasen in den Pfarren hinzuweisen." Ziel der Caritas sei es, mit dem Hitzepaket möglichst alle Menschen gut durch die kommenden Tage zu bringen.
Bei der Unterbringung in Notquartiere würden die Streetwork-Teams jedoch zunehmend an Grenzen stoßen, hieß es vonseiten der Caritas. "Wir versuchen aktuell verstärkt, besonders vulnerable Menschen von der Straße in Unterkünfte zu bringen, wo sie sich vor der Hitze schützen können. Aber die Kapazitäten sind knapp", schilderte Susanne Peter, leitende Sozialarbeiterin der Caritas in Wien: "Wir würden uns wünschen, dass auch im Sommer gilt, was im Winter möglich ist - nämlich, dass genügend Betten bereitgestellt werden, damit alle, die eine Unterbringung brauchen, diese auch erhalten. Wir glauben, dass dies zumindest während einer solchen Hitzewelle möglich sein sollte."
Klimaoase in Kirchenkrypta
Ein besonderes Angebot sind die 24 pfarrlichen Klimaoasen. Pfarrgärten werden zu konsumfreien Orten, an denen Menschen Schatten, Getränke und kleine Mahlzeiten finden - und soziale Kontakte. Mit der anhaltenden Hitze stoße aber auch dieses Angebot an Grenzen, so die Caritas. Am Samstag öffne daher zusätzlich eine Not-Klimaoase in der Pfarre Canisius (1090, Pulverturmgasse 11). Die Pfarre stellt dafür kurzfristig die Krypta zur Verfügung, um einen besonders kühlen Rückzugsraum zu schaffen - weil selbst der Innenhof aufgrund der hohen Temperaturen bereits zu heiß geworden ist.
Neben den Caritas-Klimaoasen würden auch ausgewählte Kirchen auf dem Gebiet der Erzdiözese Wien wichtige Rückzugsorte bilden, wo sich Menschen in kühleren Innenräumen aufhalten können, hieß es vonseiten der Caritas.
Hilfe dringend erbeten
Die Hilfsorganisation appellierte zugleich einmal mehr an die Bevölkerung, achtsam zu bleiben: Wer Menschen in der Hitze in einer Notlage sieht, kann dies der Hilfseinrichtung Gruft unter 01 587 87 54 melden. Im Notfall gelte es freilich, die Rettung unter 144 zu alarmieren.
Um armutsbetroffene und obdachlose Menschen zielgerichtet unterstützen zu können, bittet die Caritas um Sachspenden. Konkret werden für den Sommer dringend Sonnencremes, Badetücher, Schirmkappen sowie neue Socken und Unterwäsche gebraucht. Wer sich freiwillig für Menschen in Not engagieren möchte, findet alle Möglichkeiten dazu auf der Plattform für Mitmenschlichkeit "www.fuereinand.at" Geldspenden bleiben zudem weiterhin enorm wichtig: "Bitte unterstützen Sie uns dabei, jenen zu helfen, die besonders unter den heißen Temperaturen leiden. Jede Spende zählt!", appellierte Caritasdirektor Schwertner.
(Infos und Spendenmöglichkeiten unter: www.caritas-wien.at: Liste der Klimaoasen https://www.caritas-wien.at/hilfe-angebote/zusammenleben/pfarrcaritas-und-naechstenhilfe/aktiv-in-den-pfarren/klimaoase/)
Quelle: kathpress