
Grabesritter: Schönborn ruft zu geschwisterlichem Neubeginn auf
Im Rahmen der jüngsten Wallfahrt der Grabesritter nach Maria Plain zu Wochenbeginn hat der neue Statthalter des Ordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem, Werner Johler, bei einer Zusammenkunft die Mitglieder des neu gebildeten Statthaltereirates sowie deren Aufgabenbereiche vorgestellt. Dabei wurde zudem auch ein Schreiben von Kardinal Christoph Schönborn, dem ranghöchsten Mitglied der Grabesritter in Österreich, an die Komturei Wien verlesen, wie die Grabesritter am Donnerstag in einer Aussendung mitteilten. Schönborn äußert darin die Hoffnung, dass es dem neuen Statthalter und allen Mitgliedern gemeinsam gelingen möge, die Spannungen der vergangenen Jahre in "geschwisterlicher" Weise zu überwinden.
"Spannungen gehören zum Leben. Sie sind unter Menschen nur allzu verbreitet und allzu häufig. Auch unter engagierten Christen kommen sie nicht selten vor", so Schönborn. Trotzdem gelte das Wort Jesu an seine Jünger: 'Unter euch soll es nicht so sein!'"
Schönborn ruft zu einem ehrlichen Bemühen um einen Neuanfang auf und erinnert an die dramatische Situation im Heiligen Land. Besonders hebt er das Engagement des Ordens für die katholische Schule in Gaza hervor und verweist auf das persönliche Interesse von Papst Franziskus, der regelmäßig mit dem katholischen Pfarrer vor Ort telefonierte.
Auch Statthalter Johler unterstrich in Salzburg die aktuelle Notlage in der Region. So wurde in der vergangenen Woche die Kirche zur Heiligen Familie in Gaza samt der angeschlossenen Schule erheblich beschädigt. Zudem kam es in Taybeh im Westjordanland erneut zu Angriffen und Einschüchterungen gegen die dortige christliche Gemeinde durch radikale Siedler. "Auch wenn schon gar niemand an Frieden im Heiligen Land glaubt, wir sind die Zeugen der Auferstehung und Zeugen der Hoffnung!", so Johler. Er bat um Gebet und Unterstützung für die Anliegen des Ordens.
In der Aussendung wurde u.a. bekannt gegeben, dass künftig Peter Stögerer die Komturei Wien leiten wird. In der Komturei Klosterneuburg übernimmt Franz Josef Rupprecht diese Aufgabe. Als Kanzler der Statthalterei wird künftig Martin Partilla tätig sein, das Amt des Schatzmeisters übernimmt Reinhold Prinz. Sophie Lauringer, Chefredakteurin der Kirchenzeitung "Der Sonntag" und Präsidentin des Katholischen Publizistenverbands, wird künftig die Öffentlichkeitsarbeit der Grabesritter koordinieren.
In Österreich engagieren sich bei den Grabesrittern aktuell 545 Mitglieder in zwölf Komtureien, darunter 91 Frauen. Oberster Leiter ist der Statthalter - seit 1. Juni ist dies Werner Johler. Der Großprior - ebenfalls seit 1. Juni Erzbischof Lackner - ist für die spirituelle Leitung und Unterstützung der weltlichen Organe zuständig. (Infos: www.oessh.at)
Quelle: kathrpess