
Schönborn: Gesellschaft braucht Vertrauen statt Recht des Stärkeren
Extreme Kälte ortet Kardinal Christoph Schönborn derzeit nicht nur im Blick auf das Wetter, sondern auch im Blick auf die internationale politische Lage. In seiner Freitagskolumne in der Gratiszeitung "Heute" schreibt Schönborn wörtlich: "Eiskalt sind in diesen Tagen nicht nur die Temperaturen, sondern auch das politische Kalkül und Agieren. Wenn Bodenschätze mehr wert sind als Menschenleben. Wenn nur das Recht des Stärkeren zählt." Drohgesten bestimmten das politische Klima. Gegenseitiges Vertrauen werde aufs Spiel gesetzt. Verloren geht dabei das Klima des Zusammenhalts. Konkret verweist der Kardinal etwa auf den vierten Kriegswinter in der Ukraine. Hunderttausende Tote zähle das "eiskalte Erobern" im Nachbarland.
Was es im Großen wie im Kleinen zu beachten gilt: Ohne Mitgefühl und menschliche Wärme werde die Gesellschaft frostig. Soziale Kälte wirke oft schlimmer als eisige Temperaturen, so Schönborn. Obdachlose, die bei Minusgraden ohne Schutz vor Kälte im Freien schlafen, drohten freilich zu erfrieren. Hier könne ein Anruf beim Kältetelefon der Caritas unter der Nummer 01 480 45 53 Leben retten, ermutigt der Kardinal zur Zivilcourage. Und er schließt mit dem Appell: "Ein Funken Licht, Aufmerksamkeit füreinander, ein gutes Wort und ein Lächeln trotz der Kälte, das schenkt Wärme, mitten im kalten Winter."
Quelle: kathpress