Sonntag 4. Dezember 2016

Beten

Beten ist Hinwendung zu Gott, "Gespräch" des Herzens mit Gott. Das kann allein oder in Gemeinschaft geschehen, laut oder leise, frei gesprochen oder mit vorgegebenen Texten, durch Schweigen, durch das Entzünden einer Kerze oder das Betrachten eines Bildes oder...

 

Menschen heben ihr Herz zu Gott und finden Kraft, indem sie ihn um Hilfe bitten, vor ihm ihr Leid klagen oder ihm ihre Freude mitteilen, ihn loben und preisen. Nicht Gott braucht unserer Gebete, wir brauchen sie, weil sie uns gut tun. "Beten ist das Atemholen der Seele", sagt ein altes Sprichwort.

 

Um gut zu beten, müssen wir damit beginnen, mangelhaft zu beten; denn unser ganzes Tun ist mangelhaft. (John Henry Newman)

 

Jesus Christus hat seine Jünger und Jüngerinnen ermuntert, immer wieder zu beten - allein "im Verborgenen" oder in der Gemeinschaft. Er hat zugesichert, dass kein Gebet ins Leere geht: "Bittet, so wird euch gegeben. Sucht, so werdet ihr finden. Klopft an, so wird euch aufgetan!" (Matthäus 7,7) - Wir wissen nicht immer, was uns gut tut, aber: "Euer Vater weiß, was ihr braucht!" (Matthäus 6,8)

 

Wenn Sie beten wollen, aber nicht recht wissen, wie das "geht", wenden Sie sich an eine/n Seelsorger/in oder einen Menschen, von dem Sie wissen, dass er betet. Am besten ist es, Sie fangen ganz einfach an, sich in Gedanken an Gott zu wenden: "Gott, wenn du mich hörst, lass mich das irgendwie erfahren..."

 

"Um gut zu beten", sagt John Henry Newman, " müssen wir damit beginnen, mangelhaft zu beten; denn unser ganzes Tun ist mangelhaft. Ist das nicht klar? Wer würde bei irgendeinem anderen Werk, bevor er es tut, zuwarten, bis er es vollkommen tun kann?"

 

Quelle: Karl Veitschegger / Diözese Graz-Seckau

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