Dienstag 30. Mai 2017

Bischof gesucht!

Mit der offiziellen Annahme des Rücktrittsgesuchs des Salzburger Erzbischofs Alois Kothgasser durch Papst Franziskus harren nun drei Bischofsstühle in Österreich einer Neubesetzung: Neben Salzburg stehen Bischofsernennungen für die Diözese Graz-Seckau (Bischof Egon Kapellari) und die Militärdiözese an. Bischof Kapellari hatte bereits 2011 dem damaligen Papst Benedikt XVI. seinen Rücktritt angeboten. Vor wenigen Tagen nun hatte auch Militärbischof Christian Werner dem Papst seinen Rücktritt aus gesundheitlichen Gründen angeboten. Eine Annahme des Rücktrittsgesuchs steht indes noch aus. Die letzte Bischofsernennung in Österreich - jene des Feldkircher Bischofs Benno Elbs - war zugleich die erste Bischofsernennungen des neuen Papstes Franziskus im deutschsprachigen Raum.

 

Das Kirchenrecht sieht für die Bestellung von Bischöfen präzise Regelungen vor. Die Bestellung von Bischöfen erfolgt allein durch den Papst, entweder durch freie Ernennung oder durch die Bestätigung von rechtmäßig gewählten Kandidaten. In den meisten Erzdiözesen und Diözesen gilt die freie Ernennung durch den Papst, so auch in Österreich.

 

Bei Erledigung des erzbischöflichen Stuhles von Salzburg benennt der Heilige Stuhl dem Metropolitankapitel in Salzburg drei Kandidaten, aus denen es in freier, geheimer Abstimmung den Erzbischof zu wählen hat.

 

Einen Sonderstatus hat allerdings die Erzdiözese Salzburg, wo das Metropolitankapitel (Domkapitel) das Recht hat, aus einem Dreiervorschlag des Heiligen Stuhles in freier, geheimer Abstimmung den Erzbischof zu wählen. Dieses Recht besteht auf Grund des Konkordates von 1933 (Artikel IV, Paragraf 1). Dort heißt es: "Bei Erledigung des erzbischöflichen Stuhles von Salzburg benennt der Heilige Stuhl dem Metropolitankapitel in Salzburg drei Kandidaten, aus denen es in freier, geheimer Abstimmung den Erzbischof zu wählen hat."

 

Sobald der vatikanische Dreiervorschlag in der Erzdiözese Salzburg eintrifft, hat das Salzburger Domkapitel laut Kirchenrecht 90 Tage Zeit, um den Erzbischof zu wählen. Das Wahlergebnis wird dem Apostolischen Nuntius in Österreich, derzeit Erzbischof Peter Stephan Zurbriggen, übermittelt, der es an die vatikanischen Behörden weiterleitet. Der Papst muss die Wahl dann noch bestätigen.

 

Jeder Bischof ist berechtigt, dem Heiligen Stuhl Namen von Priestern mitzuteilen, die er "für das Bischofsamt für würdig und geeignet hält".

 

Für das Verfahren zur Ermittlung von Bischofskandidaten sieht das Kirchenrecht vor, dass (unabhängig von einem konkreten Bestellungsvorgang) die Bischöfe einer Kirchenprovinz bzw. (wie in Österreich) die Bischofskonferenz wenigstens alle drei Jahre nach gemeinsamer Beratung eine Liste von für das Bischofsamt geeigneten Priestern, auch denen aus dem Ordensklerus, erstellt und an den Heiligen Stuhl übermittelt. Dieser Vorgang ist geheim. Hievon unabhängig ist aber jeder einzelne Bischof berechtigt, dem Heiligen Stuhl Namen von Priestern mitzuteilen, die er "für das Bischofsamt für würdig und geeignet hält". (» Weitere Details zur Bischofsernennung)

 

zuletzt bearbeitet am 4. November 2013

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