Botschaft Papst Benedikts XVI. zur Fastenzeit 2008
Fastenhirtenbriefe der Österr. Bischöfe
(online verfügbar)
Fastenzeit
Mit dem Aschermittwoch beginnt die vorösterliche Bußzeit, auch Fastenzeit genannt. In ihr bereitet sich die Kirche auf Ostern vor, das Fest der Auferstehung Jesu Christi. Dabei lädt sie die Gläubigen ein, sich erneut auf die Grundlagen christlicher Existenz zu besinnen. Daher stehen Buße, Reinigung und Umkehr im Zentrum der Fastenzeit.
Dabei gilt es jedoch zu beachten, dass Reflexion, Einkehr und Besinnung niemals nur auf das eigene Ich des Glaubens abzielen: immer - das macht Papst Benedikt XVI. in seiner Botschaft zur Fastenzeit 2008 deutlich - geht es darum, diese Einkehr zu nutzen, um sich neu für den Anderen, den Nächsten zu öffnen:
"Die Betrachtung dessen, 'den sie durchbohrt haben', drängt uns, den anderen das Herz zu öffnen und die Wunden zu erkennen, die der Würde des Menschseins geschlagen werden. Es drängt insbesondere, jede Form der Verachtung des Lebens und der Ausbeutung der menschlichen Person zu bekämpfen und die dramatische Vereinsamung und Verlassenheit vieler Menschen zu lindern."
Am Beginn der Fastenzeit steht der Ritus des Aschenkreuzes, welches den Gläubigen am Aschermittwoch auf die Stirn gelegt wird. Bereits in alttestamentlicher Zeit (z.B. im Buch Jona oder im Buch Hiob) diente die Asche als Zeichen der Buße. Am Aschermittwoch legt es der Priester mit den Worten auf die Stirn: "Bedenke Mensch, dass du Staub bist und zu Staub zurückkehrst". Üblich ist dabei auch der Ausspruch: "Kehre um und glaube an das Evangelium" - ein Aufruf zur Wegkorrektur und zur Besinnung auf Christus als Zentrum des christlichen Glaubens. Der Aschenritus stammt aus jener Zeit, in der die Büßer öffentlich am Aschermittwoch aus der Kirche ausgeschlossen und als Zeichen der Buße mit Asche bestreut wurden. Erst am Gründonnerstag wurden sie feierlich wieder in die Gemeinschaft der Kirche aufgenommen.
Fasten wird heute von Menschen auf unterschiedliche Weise praktiziert. Verzicht auf Fleisch oder Süßigkeiten, Nicht-Benützen des Autos oder tägliche Auseinandersetzung mit einer Bibelstelle zählen zu den häufigen Fastenpraktiken. Auch Tagesimpulse per SMS oder Email werden viel genutzt.
Die letzte Woche vor Ostern ist die Karwoche, auch "Heilige Woche" genannt. Sie stellt den dramatischen Höhepunkt im Leben und Wirken Jesu dar. In ihr wird des Einzugs Jesu in Jerusalem (Palmsonntag), der Feier des Paschafestes mit den Jüngern (Gründonnerstag), der Gefangennahme, Verurteilung und schließlich der Hinrichtung Jesu (Karfreitag) gedacht, bevor in der Osternacht das Fest der Auferstehung gefeiert wird.












