Montag 5. Dezember 2016

Sakramente

Schenke man jemandem eine Rose, so sagt dies dem Beschenkten "Ich liebe Dich" oder "Ich wünsche Dir baldige Besserung", vielleicht auch einfach "Es ist schön, dass es Dich gibt". Die Rose drückt etwas aus: Liebe und Zuneigung, die sonst unsichtbar sind. Ihre Botschaft gilt.

 

Ähnlich ist es auch mit einem Sakrament: Es ist ein Zeichen, das etwas Unsichtbares sichtbar macht, etwas Unaussprechliches in Worte fasst, und etwas Unbegreifliches spürbar werden lässt. Sakramente bringen die Liebe und die Nähe Gottes zu uns Menschen zum Ausdruck. Unterschiedliche Riten und Symbole lassen uns sehen, hören und spüren, dass Gott wirklich da ist und in unserem Leben wirkt.

 

Es ist ein Zeichen, das etwas Unsichtbares sichtbar macht, etwas Unaussprechliches in Worte fasst, und etwas Unbegreifliches spürbar werden lässt.

 

Besonders in Zeiten, in denen etwas Neues beginnt, brauchen wir die Zusage, dass Gott mit uns ist. Auch dann, wenn es uns schlecht geht, sehnen wir uns nach einer Stärkung. So kennt die katholische Kirche sieben Sakramente, durch die Gott den Menschen an allen wichtigen Wende- und Entscheidungspunkten seines Lebens begleitet.

 


 

Am Anfang des Lebens wird das Neugeborene im Sakrament der » Taufe unter den besonderen Schutz Gottes gestellt. Der Mensch, der sich taufen lässt, wird Mitglied der Gemeinschaft der Gläubigen, der Kirche.

 

Im Sakrament der » Eucharistie empfängt der Heranwachsende Stärkung im Brot des Lebens. Die heilige Kommunion als Nahrung für Geist und Seele stärkt den Menschen durch den regelmäßigen Empfang sein Leben hindurch.

 

Am Übergang zum Erwachsenenalter wird der junge Mensch gefirmt. Im Sakrament der » Firmung werden ihm Weisheit, Mut und Glaubenskraft durch den Heiligen Geist zugesprochen.

 

Mit der Taufe, der Eucharistie und der Firmung wird ein Mensch vollumfänglich Mitglied der Kirche.

 

Im Sakrament der » Ehe verbinden sich zwei Liebende zu einer lebenslänglichen Partnerschaft, die offen ist für Nachwuchs. Gott ist der dritte im Bund, der Seinen Segen über der Liebe halten soll.

 

Im Sakrament der » Weihe erklärt sich ein Mann bereit, sein Leben ganz in den Dienst an Gott und den Menschen zu stellen. Die Weihe kennt drei Stufen: die des Diakons, die des Priesters und die des Bischofs.

 

Immer wieder machen wir Fehler, verstricken uns in Schuld und müssen umkehren. Vergebung kann uns nur von unserem Gegenüber her zugesagt werden. Im Sakrament der Versöhnung, der » Beichte, ermöglicht uns Gott einen neuen Anfang.

 

Das Sakrament der » Krankensalbung ist ein Zeichen der Heilung und Stärkung in der Situation von Krankheit und Schwäche. Dem Menschen wird Kraft geschenkt: für den Weg der Genesung oder für den Weg durch den Tod.

 

Die Gemeinschaft der Gläubigen, die Kirche, wird auch Grundsakrament genannt – trotz vieler menschlicher Schwächen bleibt durch sie Christus greifbar in der Welt.

 

Am Beginn des Lebens, während des Heranwachsens und am Übergang zum Erwachsenenalter, in den großen Lebensentscheidungen und in der Gebrechlichkeit des Lebens, selbst dann, wenn wir versagt haben und Fehler unser Weitergehen behindern: Sakramente sind wirksame Zeichen der Liebe und Nähe Gottes, die unseren ganz eigenen Lebensweg begleiten.

 

Am Unmittelbarsten ist dieses Mitgehen Gottes auf unseren Wegen in der Person von Jesus Christus erlebbar geworden. Deshalb bezeichnet die Kirche Jesus Christus auch als das Ursakrament – also als ursprüngliches, starkes Zeichen, das Gott uns geschickt hat, damit wir Seiner göttlichen Zusage vertrauen.

 

Bis heute feiert die Kirche die Sakramente, um diesen Auftrag Jesu weiterzuführen. Die Gemeinschaft der Gläubigen, die Kirche, wird daher auch Grundsakrament genannt – trotz vieler menschlicher Schwächen bleibt durch sie Christus "hörbar", "sichtbar" und "greifbar" in der Welt.

 

Veronika Jehle

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