Freitag 20. Januar 2017
Glauben | erklärt

Heiliger Geist

"Der Geist weht, wo er will", heißt es im Johannes-Evangelium: Aber wo spüre ich den Heiligen Geist im Alltag? Und wie stehen Gott, Christus und Heiliger Geist zueinander?

Die Situation war verführerisch. Der Schwarm aller Mädchen war gut vorbereitet: sanftes Licht, angenehme Musik, eine blendende Unterhaltung, Blicke, Berührungen, unendlich viel Charme. Sie lag in seinen Armen. Doch plötzlich bemerkte er einen Schatten in ihrem Gesicht, der ihn von etwas abhielt.

 

Er löste die Umarmung. Langsam wurde man wieder unbeschwert, aber nichts war wie zuvor. Er hatte - zum ersten Mal - "die Gelegenheit nicht genützt". Und er fühlte sich gut dabei! Als sie ihm ein Jahr später ihr Ja-Wort gab, erzählte sie: "Eigentlich hatte ich damals Angst. Und dann erlebte ich, wie rücksichtsvoll du bist. Deshalb vertraue ich dir." Er wusste: "In diesem einen Augenblick hat sich etwas verändert."

 

Eine innere Kraft

 

Menschen entscheiden sich für das Gute, sei es aus Gewohnheit oder aus einer plötzlichen Eingebung heraus. Sogar gegen einen unmittelbaren Vorteil wählen sie etwas, was in einem größeren Sinn "besser" ist. Manchmal scheint das unbegreiflich. Aber wenn Menschen so handeln, wenn sie sich auf diese neue Sicht einlassen, erfahren sie eine plötzliche innere Sicherheit und Gewissheit, das Richtige zu tun. Positive Gefühle begleiten sie und schenken Freude, Freundlichkeit, Geduld, einen "inneren Frieden" - und vielleicht: Be-Geist-erung!

 

Zeichen des Heiligen Geistes

 

Diese innere Kraft ist mehr als ein positiver Energiestrom. Sie ist ein innerer Zuspruch, hinter dem "jemand" steht: der Heilige Geist. Er steht den Menschen zum Guten bei, schenkt Weisheit und Einsicht, Stärke und eine rechte Erkenntnis der Wirklichkeit. Er hilft in kritischen Situationen und begleitet durch den Alltag.

 

Von Jesus gesandt

  

 

Der Heilige Geist wurde von Jesus versprochen und am Pfingstfest nach der Auferstehung den Aposteln gesandt (vgl. Apg 2). Er hat die Apostel ermutigt, - plötzlich! - ganz frei und offen allen Menschen den Glauben zu verkünden: Jesus, der Gekreuzigte, der "Mensch wie wir", der Mann aus Nazaret, ist von Gott auferweckt worden. Er ist in Wahrheit der Sohn Gottes, mit dem das Reich Gottes angebrochen ist. Die Angst der Apostel scheint wie weggeblasen und nichts - nicht Verhaftung, Verfolgung, Tod - kann sie von ihrem Glauben abhalten.

  

Jesus hat das Wirken des Heiligen Geistes vor allem versprochen als Beistand und Tröster. Er wird an alles Wichtige erinnern und es immer besser verstehen lassen. Er schenkt Freude am Wort Gottes und an allem Guten. Er öffnet einen Blick aus der Perspektive Gottes auf die Welt und lässt seine Spuren erkennen: in den Menschen, in der Schöpfung, in den Ereignissen. Er mahnt und hilft, auf einem Weg der Liebe Böses zu überwinden.

 

Dreifaltigkeit

  

Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist sind als Dreifaltigkeit (= Trinität) das zentrale Geheimnis des christlichen Glaubens. Die Liebe Gottes wird in Jesus Christus geschichtlich konkret; im Heiligen Geist bleibt sie den Menschen durch alle Zeiten hindurch nahe. In diesem Sinn teilt sich der eine gott auf drei Weisen mit. Diese dreifache göttliche Offenbarung entspricht seiner inneren Wirklichkeit als ein Gott in drei Personen, als Drei-Persönlichkeit, als Dreifaltigkeit in ewiger, "geheimnisvoller" Gemeinschaft.

 

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