Donnerstag 30. März 2017
12. Juni 2014

"Ein Fest der Solidarität unter den Völkern"

Papst Franziskus in Video-Botschaft: Die Fußball-WM lehrt, dass Sieg durch Überwindung von "Individualismus, Egoismus und Rassismus und Intoleranz" kommt.

Die Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien sollte nach den Worten von Papst Franziskus nicht nur ein sportliches Großereignis, sondern auch ein "Fest der Solidarität unter den Völkern" werden. In einer Video-Botschaft, die am Mittwoch von der wichtigsten brasilianischen Sendergruppe, "TV Globo", übertragen wurde, äußerte der Papst die Hoffnung auf "heitere und ruhige" Spiele, die von gegenseitigem Respekt und "Brüderlichkeit unter den Männern und Frauen der einen Menschheitsfamilie" bestimmt seien. Dazu gehöre auch eine klare Absage an Egoismus und jede Form von Rassismus und Intoleranz, mahnte das Kirchenoberhaupt.

 

Fußball sei ein Instrument, um Werte zu vermitteln, die das Wohl der menschlichen Person und den Aufbau einer friedlicheren Gesellschaft förderten, betonte der Papst. Dazu gehörten Fairness, Beharrlichkeit und Ausdauer, Freundschaft, Anteilnahme und Solidarität. Der Fußball könne somit eine "Schule zur Bildung einer Kultur der Begegnung sein, der Harmonie und Frieden unter den Völkern bringt".

 

Um zu siegen müsse man jeden Individualismus, Egoismus und jede Form von Rassismus und Intoleranz überwinden, betonte der Papst in seiner Video-Botschaft auf Portugiesisch. Individualismus behindere im Sport die Chancen auf einen Sieg der Mannschaft. Aber im Alltagsleben schade man der Gesellschaft, wenn man die Personen in seiner Umgebung ignoriere.

 

"Das Geheimnis des Sieges auf dem Spielfeld wie im Alltagsleben besteht darin, dass ich meinen Mannschaftskollegen, aber auch meinen Gegner respektiere", so das Kirchenoberhaupt. "Denn niemand siegt allein, weder im Sport noch im Leben! Niemand darf sich isolieren oder sich ausgeschlossen fühlen." Zwar gewinne am Ende der WM nur eine Mannschaft den Pokal. "Aber wenn wir diese Lektion des Sports lernen, werden wir letztlich alle Sieger sein", so der Papst.

 

Das Erbe des Jugendseelsorgers Lorenzo Massa

 

Papst Franziskus ist nach Johannes Paul II. der zweite große fußballbegeisterte Papst. Der Klub des argentinischen Papstes ist seit seiner Kindheit "Atletico San Lorenzo di Almagro", eine vom legendären Salesianar-Jugendseelsorger P. Lorenzo Bartolomé Massa SDB (1882-1949) gegründete Mannschaft.

 

Padre Lorenzo Massas Ziel war es, die Jugendlichen in dem von Einwanderern überquellenden Stadtteil Almagro der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires, von der Straße holen und ihnen mit dem Fußball Halt geben, den sie in ihren oft entwurzelten Familien nicht mehr hatten. Massa gründete nach dem Fußballklub auch eine Universität in der Trägerschaft seines Ordens, das Instituto Tecnico Lorenzo Massa von Tucuman.

 

"Atletico San Lorenzo" brachte es 2013 sogar zum argentinischen Herbstmeister. Gepielt wurde mit dem Konterfei von Papst Franziskus auf dem Trikot. Die erste Reise nach Gewinn der Meisterschaft ging nach Rom, wo die Mannschaft von ihrem Fan auf dem Stuhl Petri empfangen wurde.

 

"Spielen für das Leben"

 

Die Brasilianische Bischofskonferenz (CNBB) veröffentlichte bereits vor einigen Tagen ihre Botschaft zur "Copa". Unter dem Motto "Jogando pela vida" (Spielen für das Leben) heißt es, dass die Kirche Brasiliens mit Wohlwollen und Solidarität das große Sportereignis begleitet, das so viele Länder zusammenführen wird und so einen Vorgeschmack auf eine universelle Verbrüderung erahnen lässt. Gleichzeitig drücken die Bischöfe jedoch auch ihre Solidarität gegenüber jenen aus, die "wegen den Bauarbeiten für die Fußballweltmeisterschaft in ihrer Menschenwürde verletzt wurden, weil sie ihr Haus oder ihre Unterkunft verloren haben". Damit erinnern die Bischöfe an die Hunderttausenden, die durch den Bau der Stadien und der dazugehörigen Infrastruktur ihre Unterkunft in den Favelas verloren haben.

 

Die Bischöfe laden die Brasilianer ein mitzuwirken bei dem Projekt "Copa da Paz" (Weltmeisterschaft des Friedens) und bei der gleichzeitig stattfindenden Kampagne "Jogando a favor da vida - denuncie o trafico humano" (Spiele für das Leben - Bekämpfe den Menschenhandel). Gerade zur Weltmeisterschaft befürchten viele eine Zunahme der Prostitution und des Kindesmissbrauchs. Die Initiativen haben das Ziel dazu beizutragen, dass das sportliche Groß-Ereignis als eine Zeit der Stärkung der Bürgergesellschaft in Erinnerung bleiben wird.

 

Quelle: Kathpress

comments powered by Disqus
Fotogalerien zurück #weiter#
Bischöfe in Vorarlberg
Frühjahrsvollversammlung 2017
Bischof Scheuer im Irak
70 Jahre Kathpress
Festakt mit Promi-Faktor
Franziskus wird 80
Pressekonferenz Biko 2016
Schönborn & Bünker
Videos zurück #weiter#
image
The Story of Mary's Meals
image
Kreuzwegandacht 2017
image
Pressekonferenz
Bischofskonferenz 2017
image
Papst: Gebetsmeinungen
März 2017
image
Davids Harfe
Fastentuch von Lisa Huber
Audio zurück #weiter#
"Kein Wahlkampfmodus"
Landau zur Kritik an NGOs
Interreligiöser Dialog
Statement von Kardinal Schönborn
Fischer predigt
Ehemaliger Bundespräsident
Kardinal Schönborn
Wissenschaft und Glaube
"Wir brauchen das Ehrenamt"
Freiwilligenmesse-Initiator Walk
Tipps zurück #weiter#
Radiogottesdienst
So., 2.4. | 10:00 | ÖR
Orientierung
So., 2.4. | 12:30 | ORF 2
Ordens-ABC
Die Ordensgemeinschaften Österreichs im Überblick
Woanders zurück #weiter#
März 2017
Die katholisch.at-Presseschau
Februar 2017
Die katholisch.at-Presseschau
Jänner 2017
Die katholisch.at-Presseschau
Dezember 2016
Die katholisch.at-Presseschau
November 2016
Die katholisch.at-Presseschau
Blogportal
Ulrike Hofstetter | 28.12.2016

Mundgerechte Happen - schwer verdaulich

Meine Freundin Frieda hat jetzt eine neue App auf ihrem Handy. Eine Bibel App.
Paul Wuthe | 14.12.2016

Katholische Kirche Anno Domini 2016

Ökumene, Familie, Flüchtlinge, Barmherzigkeit und Kirchenreform - die großen...
Paul Wuthe | 28.11.2016

Bundespräsidentenwahl mit zwiespältigen religiösen Signalen

Keine Wahlempfehlung, aber der Versuch einer Einordnung einer...
Kalender
30.03.2017 | 06:30 | Vorarlberg, Ziste...
"Kirche und Kommunikation" - Wertschätzendes Miteiander -...
30.03.2017 | 09:00
Das unsichtbare Netz
Wenn wir unsere Rollen klären, wissen wir, wo wir bei Schwierigkeiten ansetzen müssen und können... mehr »
30.03.2017 | 17:00 | Graz
50 Jahre Institut für Ökumenische Theologie Graz / 30...
Medienreferat der
Österreichischen
Bischofskonferenz

Stephansplatz 4/6/1
A-1010 Wien
©2017 Medienreferat der Österreichischen Bischofskonferenz. Alle Rechte vorbehalten.
http://www.katholisch.at/
Darstellung: