Mittwoch 29. März 2017
03. September 2014

Suche nach Asylquartiere in Pfarren

Innsbrucker Bischof Scheuer und Caritasdirektor Schärmer auf der Suche nach Räumen für Flüchtlinge in Pfarren und Klöster.



Die Diözese Innsbruck und die Caritas Tirol haben sich in die Diskussion um fehlende Quartiere für Asylwerber eingeschaltet: Mit dem Franziskus-Zitat "Das Schlimmste wäre globalisierte Gleichgültigkeit" bitten Diözesanbischof Manfred Scheuer und Caritasdirektor Georg Schärmer alle Pfarrer und Pfarrverantwortliche sowie Ordensgemeinschaften in einem Brief, "beherzt zu prüfen, ob in Eurem Einfluss- und Nahbereich Räume, Wohneinheiten für Flüchtlinge zu schaffen sind".

 

Rund 300 Asylquartiere fehlen noch in Tirol, zuletzt habe es heftige Debatten über die Errichtung eine Flüchtlingsheims in Gries am Brenner und die Unterbringung von 45 Asylwerbern in Thiersee gegeben, berichtet die "Tiroler Tageszeitung" in ihrer Mittwochausgabe. Mit dem Schreiben wollen der Bischof und der Caritasdirektor nun einen Nachdenkprozess auslösen, hieß es vonseiten der Diözese in einer Aussendung (Mittwoch).

 

Mit dem Schreiben reagiere die Kirche außerdem auf einen "Runden Tisch" im Innsbrucker Landhaus, der mit dem Aufruf und der Bitte geendet hatte, für weitere Unterkünfte zu sorgen. "Als Kirche sind wir angefragt und gefragt", heißt es wörtlich in dem "Kathpress" vorliegenden Schreiben. Die Pfarren und Ordensgemeinschaften sollten sich auch heute auf ihre "humanitäre Tradition" besinnen, denn die "Gewährung von Gastrecht, Asyl gehört zu den großen Schätzen der Menschheit und zieht sich als wunderbare Melodie durch die Heilige Schrift und war und ist Überlebenschance für Verfolgte, Perspektivenlose".

 

Bedarf bis zu 150 Wohnungen pro Jahr

 

Kirche und Caritas wollen in den nächsten Wochen und Monaten eine Bestandsaufnahme von potentiellen Unterbringungsmöglichkeiten vornehmen, so die Zeitung weiter. Das solle in Zusammenarbeit mit dem Land und den Gemeinden erfolgen. In dem Schreiben legte die Caritas auch ihren Zuständigkeitsbereich offen: "Während das Land Tirol die Flüchtlingsheime führt, hat die Caritas den Auftrag, für Asylberechtigte Arbeit und Wohnraum zu suchen." Im Jahr 2013 habe die Caritas so 106 Wohneinheiten gefunden. Das Eintreffen syrischer Flüchtlinge stelle aber vor neue Herausforderungen: "Wir brauchen jährlich sicherlich 100 bis 150 neue Wohnungen."

 

Scheuer und Schärmer baten die Pfarren darüber hinaus um "ein wohlwollendes Klima" für Menschen auf der Flucht. Jegliche Form von "Fremdenangst oder gar Fremdenhass" stehe außerhalb des christlichen Menschen- und Weltbildes. "Fluchtmenschen dürfen nicht zu 'Fluchmenschen' werden", heißt es in dem Schreiben wörtlich.

 

Erste Erfolge seien bereits zu verbuchen: nach dem Runden Tisch sind 100 zusätzliche Plätze geschaffen worden, davon 70 seitens kirchlicher Träger, so die diözesane Aussendung. Bis Ende des Jahres sollen weitere hundert folgen, langfristig nochmals 100.



Quelle: kathpress
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