Wednesday 1. June 2016
23. December 2014

Weihnachten im Irak: Hilfe aus Österreich

Pfarren, Orden und weitere kirchliche Einrichtungen im Einsatz für Flüchtlinge in Irakisch-Kurdistan

Auf vielfältige Weise unterstützen Pfarren, Orden und weitere kirchliche Einrichtungen in diesen Tagen und Wochen Flüchtlinge in Irakisch-Kurdistan. So spendeten beispielsweise das Stift Kremsmünster und seine Pfarren gemeinsam 50.000 Euro, wie das Stift mitteilte. Das Stift sammelte in den von ihm betreuten Pfarren in den Sonntagsgottesdiensten und verdoppelte die eingegangenen Spenden. Abt Ambros Ebhart zeigte sich beeindruckt, dass die Menschen "so großzügig die bedrohten Minderheiten im Nordirak unterstützten".

 

Die seit vielen Jahren im Irak tätige "Initiative Christlicher Orient" (ICO) unterstützt vor allem die örtlichen Pfarren in Kurdistan bei der Betreuung der Flüchtlinge. So wurden etwa vor kurzem 35.000 Euro in die Diözese Zahko-Dohuk überwiesen. Das Geld kommt beispielsweise der Pfarre Enishke zugute, eine aus fünf Dörfern bestehende Pfarre, in der die einheimischen 350 christlichen Familien derzeit knapp 800 christliche und jesidische Flüchtlingsfamilien versorgen müssten, wie Pfarrer Samir Yousif in der aktuellen Ausgabe der ICO-Zeitung berichtet. Insgesamt gibt es in der Diözese Zahko-Dohuk mehr als 2.500 christliche Flüchtlingsfamilien und viele weitere jesidische und muslimische.

 

Vor zwei Jahren ließ sich ein Mönch der in Syrien beheimateten Klostergemeinschaft von Mar Musa, Jens Petzold, in der kurdischen Stadt Suleymaniye nieder und erweckte das alte chaldäische Marienkloster zu neuem Leben. Ein Jahr später folgte ein zweiter Ordensmann. Die kleine Gemeinschaft betreut nun rund 220 christliche Flüchtlinge (50 Familien). 100 wohnen direkt im Kloster bzw. in der kleinen Kirche, 120 Flüchtlinge wurden von Privatpersonen im Umfeld des Klosters aufgenommen. Die Kirche wurde teils zu einem Wohnraum, teils zur Schule umfunktioniert. Betreut werden die Schutzsuchenden gemeinsam mit dem UNHCR.

 

In der ostkurdischen Region Suleymaniye gibt es insgesamt rund 32.000 Flüchtlingsfamilien, berichtete Bruder Petzold in der ICO-Zeitung. Die Anzahl der christlichen Flüchtlinge ist hier verhältnismäßig gering mit 500 Familien.

 

Schulen, Wohnungen und Weihnachtspakete

 

Starke Präsenz im Irak zeigt die internationale Hilfsorganisation "Kirche in Not", die auch in Österreich tätig ist. So unterstützt das Hilfswerk beispielsweise die Schwestern vom chaldäischen Orden der Töchter Mariens, die in den Flüchtlingslagern rund um die kurdische Hauptstadt Erbil für die Kinder eine Weihnachtsaktion ins Leben gerufen haben: 15.000 Päckchen mit Süßigkeiten, Kleidung, einer kleinen Krippe und einer Kinderbibel werden an christliche Flüchtlingskinder verteilt.

 

Engagiert ist das Hilfswerk in der Region um die Kurden-Hauptstadt Erbil mit insgesamt 4,6 Millionen Euro, allen voran für die Errichtung von acht Schulen für 15.000 Kinder, für die Bereitstellung und Anmietung von Wohnraum für Flüchtilngsfamilien und mit Projekten zur Arbeitsvermittlung, koordiniert vom chaldäischen Erzbischof Bashar Matte Warda.

 

Viele in Rohbauten oder Containern

 

Wie notwendig derzeit jede Hilfe benötigt wird, bestätigte dieser Tage auch die deutsche Caritas-Expertin Angela Gärtner. Im Rahmen einer internationalen Hilfsaktion, an der auch die Caritas-Österreich beteiligt ist, verteilt die Caritas das Lebensnotwendigste. Viele Flüchtlinge seien in Rohbauten, Containern oder immer noch in Zelten untergebracht, so Gärtner gegenüber Radio Vatikan.

 

Die Caritas verteilt an die Flüchtlinge beispielsweise Teppiche, weil die Rohbauten und auch die Zelte von unten keine Isolierung haben; weiters Decken, Heizgeräte und Winterkleidung. Nahrungsmittel würden von der UNO verteilt, aber nicht flächendeckend, so Gärtner: "Das ist im Moment tatsächlich das Wichtigste, dass die Leute es warm haben, was zum Essen haben, dass sie fließend Wasser haben und Strom haben. Das sind unsere Hauptziele für die nächsten drei, vier Monate." Eine wirkliche Zukunftsperspektive sei das freilich für die Flüchtlinge nicht.

 

In Schaklawa, in den Bergen Kurdistans, leben hunderte christliche Flüchtlinge, unter anderem in einer großen Halle. Die meisten stammen aus der von den IS-Terrortruppen überrannten Stadt Karakosch nahe Mosul. "Die einheimischen Christen von Schaklawa haben Süßigkeiten und Gebäck vorbeigebracht. Und die Kirche veranstaltet ein großes Fest für uns Flüchtlinge. Die Kinder freuen sich darauf", zitierte die Hilfsorganisation "Kirche in Not" eine Mutter.

 

Zwei Millionen Vertriebene

 

Die Solidarität der Bevölkerung von Kurdistan mit den Flüchtlingen sei sehr groß, bestätigte die Caritas-Expertin Angela Gärtner. Das Land sei aber an die Grenzen seiner Kapazitäten gestoßen. Im ganzen Irak gebe es über zwei Millionen Vertriebene, dazu kämen noch über 200.000 Flüchtlinge aus Syrien.

 

Erzbischof Amel Shamon Nona, der aus der von IS besetzten Stadt Mosul fliehen musste, betonte gegenüber Radio Vatikan hinsichtlich des bevorstehenden Weihnachtsfestes: "Nichts kann uns unseren Glauben nehmen. Wir Christen im Irak haben alles verlassen, um unseren Glauben nicht aufzugeben, wir sind stolz darauf, Christen zu sein. Unser christliches Leben ist jetzt wichtiger als alles andere."

 



Quelle: kathpress
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