Sonntag 28. Mai 2017
06. März 2015

Christenverfolgung: Versagen der Staatengemeinschaft

Solidaritätsappell der Bischöfe: Katastrophe 100 Jahre nach Genozid an armenischen und syrischen Christen verhindern

Solidarität mit verfolgten orientalischen Christen haben die österreichischen Bischöfe eingefordert. Es drohe ein "Genozid an den Erben des frühen Christentums" durch islamistische Terrormilizen, heißt es in einer Erklärung der Bischofskonferenz nach ihrer Frühjahrsvollversammlung. "Vor den Augen der Weltöffentlichkeit geht das Morden weiter und offenbart gleichzeitig ein Versagen der internationalen Staatengemeinschaft darin, alle bedrohten Menschen gleich welcher Religionszugehörigkeit effektiv zu schützen." Nicht nur Christen würden zu Recht von Österreich und anderen Staaten, von EU und UNO erwarten, "dass sie stärker als bisher Schutz und Hilfe bieten und sich für eine Friedenslösung einsetzen".

Die Bischöfe erinnern an den Genozid an armenischen und syrischen Christen vor 100 Jahren. Eine ähnliche Katastrophe dürfe sich heute nicht wiederholen. Seriösen Angaben zufolge seien zwischen 1915 und 1923 rund 1,5 Millionen armenische Christen sowie ca. 500.000 syrische Christen getötet worden. Die damaligen Schauplätze seine teilweise nur wenige Kilometer von den heute in Nachrichten genannten Orten entfernt.

Kirchliche Hilfswerke in Österreich haben laut den Bischöfen seit 2009 ihre Unterstützung für Notleidende und Verfolgte im Nahen und Mittleren Osten auf mehr als 3 Millionen Euro verdoppelt. Weitere Hilfe sei gerade jetzt dringend nötig, bitten die Bischöfe um großzügige Spenden. Neben der materiellen Hilfe könnten die Gläubigen in Österreich den Opfern auch ideell beistehen: Am 5. Fastensonntag (22. März) soll in ganz Österreich für die orientalischen Christen und alle wegen ihres Glaubens Verfolgte gebetet werden. Im Gedenken an den Genozid vor 100 Jahren steht ein ökumenischer Gottesdienst am 24. April im Wiener Stephansdom.

Regierung soll Klimaschutz forcieren
In einer weiteren Erklärung nehmen die Bischöfe die Politik beim Thema Klimawandel in die Pflicht. Österreich solle sich engagiert und großzügig für ein neues weltweites Klimaschutzabkommen einsetzen, von der Bundesregierung fordert die Bischofskonferenz einen "fairen Beitrag" für den Grünen Klimafonds, der Entwicklungsländer dabei unterstützt, die Folgen der Erderwärmung abzufedern. Auch den Einsatz für eine weltweite Strategie, die auf einen Ausstieg aus den fossilen Energien abzielt, sehen die Bischöfe als eine Aufgabe der Regierung.

Die zunehmend bedrängenden Bedrohungen durch die Erderwärmung und den damit verbundenen Klimawandel betrachten die Bischöfe als "Bewährungsprobe einer immer mehr zusammenwachsenden Menschheit". Das beabsichtigte Klimaabkommen Ende 2015 in Paris solle die Erderwärmung auf höchstens plus zwei Grad begrenzen sowie konkrete Hilfen für die vom Klimawandel besonders Betroffenen bringen. Auch Papst Franziskus habe anlässlich des letzten Weltklimagipfels im Dezember 2014 in Lima die Regierungen zu mehr Klimaschutz aufgerufen.

Die nötigen Maßnahmen auf internationaler und staatlicher Ebene bräuchten auch die Unterstützung der Zivilgesellschaft, betonen die Bischöfe. Zugunsten einer "Wende hin zu einem einfachen und verantwortungsvollen Lebensstil in Respekt vor Gottes guter Schöpfung" bereiten die katholische und die evangelische Kirche in Österreich und weiteren europäischen Ländern einen ökumenischen Pilgerweg für mehr Klimagerechtigkeit vor, "als konkretes Zeichen im Blick auf den Weltklimagipfel in Paris". Möglichst viele sollen auf diesem Weg von September bis Dezember spirituelle Besinnung mit politischem Engagement verbinden, laden die Bischöfe ein.

 

Quelle: Kathpress

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