Thursday 1. September 2016
04. January 2016

Religionsunterricht wird künftig noch wichtiger

Rupprechter: "Wer den Dialog mit Anders- oder Nichtglaubenden sucht, muss zuallererst eine Ahnung von seiner eigenen Religion haben"

Die Notwendigkeit und Bedeutung des Religionsunterrichts wird künftig noch zunehmen. Davon ist Josef Rupprechter, Direktor des Schulamtes der Erzdiözese Salzburg ("Katechetisches Amt Salzburg"), überzeugt. Fundiertes Wissen über Religion werde immer wichtiger, sagte der Schulamtsleiter in den "Salzburger Nachrichten" (Wochenendausgabe). Das Schulfach Religion biete Kompetenzerwerb, um mit Anders- oder Nichtglaubenden zu diskutieren oder auch, um gezielt handeln zu können, wenn die Gesellschaft gefordert ist - wie etwa derzeit bei den Flüchtlingen, die nach Europa kommen. Für diese spiele ihre Religion eine starke Rolle, so Rupprechter. Er ist seit kurzem auch der neue Sprecher aller kirchlichen Schulämter Österreichs.

Im Religionsunterricht sollte es immer zuerst um den jungen Menschen gehen und darum, ihn bei all seinen Fragen nach dem Sinn des Lebens oder nach dem rechten Verhalten in verschiedensten Situationen zu begleiten, betonte der Schulamtsdirektor. Fragen zu Toleranz, Verzeihen und Nächstenliebe etwa seien "seit jeher Bestandteil des Christentums". Wenn im Schulalltag Mädchen oder Burschen zu Außenseitern würden, sei meist der Religionslehrer Ansprechpartner. "Jesus hat es uns vorgemacht: Er hat jeden Einzelnen in den Kreis geholt und niemanden ausgestoßen", erläuterte Rupprechter. Dieses Wissen weiterzugeben helfe in vielen Lagen.

Warum für Werte wie Gerechtigkeit und gegenseitiges Helfen Ethikunterricht nicht ausreicht, begründete der Schulamtsdirektor folgendermaßen: "Wer den Dialog mit Anders- oder Nichtglaubenden sucht, muss zuallererst eine Ahnung von seiner eigenen Religion haben - nicht nur, wenn man römisch-katholisch, sondern auch wenn man evangelisch oder orthodox ist."

Rupprechter wandte sich dagegen, Religion aus dem öffentlichen Reden und Denken zu verbannen. Glaube sei eine persönliche Entscheidung, die sich aber in der Öffentlichkeit zeige. Es gehöre zum Wesen und Grundrecht der Religionsfreiheit, die Religion auch nach außen hin zu zeigen und in eine Gesellschaft zu integrieren: "Unser Schulsystem nimmt das ernst und ermöglicht den unterschiedlichen Glaubensgemeinschaften unter bestimmten Bedingungen wie Lehrplätzen oder gesetzlichen Regelungen, eine wichtige Dimension des Menschseins wahrzunehmen." Weltweit sei Religion ein ganz selbstverständlicher Bestandteil des Alltags, selbst wenn die Bedeutung in Europa in den vergangenen Jahren abgenommen habe.

Rupprechter ist seit einigen Wochen neuer Vorsitzender des "Interdiözesanen Amtes für Unterricht und Erziehung" (IDA) der Österreichischen Bischofskonferenz. Die IDA nimmt gesamtösterreichische Aufgaben den Religionsunterricht, die katholischen Privatschulen sowie die kirchlich-pädagogischen Hochschulen betreffend wahr. Es vernetzt die diözesanen Schulämter in Österreich sowie das Amt für Katechese und Bildung in Südtirol.

Als geschäftsführender Leiter ist Rupprechter für die Wahrnehmung und Wahrung aller schulpolitischen Interessen der Kirche auf Bundesebene zuständig. Er koordiniert die Wahrnehmung und Wahrung des Verkündigungsauftrages der Kirche im Religionsunterricht in allen Schulen des Bundesgebietes und ist für alle, die im Religionsunterricht tätig sind, sowie die Angelegenheiten der Katholischen Privatschulen zuständig.

In Österreich gibt es aktuell rund 7.300 Religionslehrer - darunter 4.800 an den Pflichtschulen und 2.500 an Höheren Schulen und anderen Schultypen.
Quelle: kathpress
comments powered by Disqus
Fotogalerien zurück #weiter#
Salzburger Hochschulwoche
2016
Papst in Polen
Eindrücke vom Sonntag
Papst in Polen
Österreichertreffen
Weltjugendtag 2016
Praytrain
Weltjugendtag 2016
Videos zurück #weiter#
image
Papst: Gebetsmeinungen
August 2016
image
Papst Franziskus
Videobotschaft zum Weltjugendtag
image
Weltjugendtag 2016
Jugendbischof Turnovszky
image
Weltjugendtag Rio 2013
Ein besonderer Auftrag...
image
Weltjugendtag 2013
Videobotschaft Kardinal Schönborn
Audio zurück #weiter#
Kardinal Schönborn
Bischofskonferenz 2016
Nach der Wahl
Aufruf von Kardinal Schönborn
Literatur & Religion
Poetikdozentur an der Uni Wien
Silvesteransprache
Kardinal Schönborn
Weihnachten
Mit Metropolit Arsenios
Tipps zurück #weiter#
Orientierung
So., 28. August | 12:30 | ORF 2
Radiogottesdienst
So., 28.8. | 10:00 | ÖR
Orientierung
So., 14. August | 12:30 | ORF 2
Radiogottesdienst
Mo., 15.8. | 10:00 | ÖR
Radiogottesdienst
So., 14.8. | 10:00 | ÖR
Woanders zurück #weiter#
Juli 2016
Die katholisch.at-Presseschau
Juni 2016
Die katholisch.at-Presseschau
Mai 2016
Die katholisch.at-Presseschau
April 2016
Die katholisch.at-Presseschau
März 2016
Die katholisch.at-Presseschau
Blogportal
Paul Wuthe | 15.07.2016

"Die Kirche zahlt sehr wohl Steuern, und nicht wenig"

Mein Gastkommentar im Standard in Reaktion auf den Beitrag des Wiener...
Der Redaktionsblog | 30.06.2016

"Unablässig Trümmer auf Trümmer"

Manchmal möchte man aus der Haut fahren. Ist die Welt nicht verrückt...
Ulrike Hofstetter | 16.06.2016

Heute Teilzeit, morgen arm? Muss das so sein?

Schlagzeile im ORF: Teilzeit seit 1994 verdoppelt. Die meisten...
Kalender
01.09.2016 | 06:00 | Graz
33. Fußwallfahrt nach Mariazell
In vier Tagen von Graz nach Mariazell - gemeinsam unterwegs! mehr »
01.09.2016 | 09:00 | St. Georgen/Längsee
Das Aquarell in allen Varianten
"Malen ist für mich nur ein anderes Wort für Fühlen." (J. Constable) Aquarellmalen heißt mit... mehr »
01.09.2016 | 10:00 | Micheldorf
Werkzeugkiste Jugendarbeit
Du brauchst "Handwerkszeug" für deine Jugendarbeit? Dann bist du hier richtig! In der... mehr »
Medienreferat der
Österreichischen
Bischofskonferenz

Stephansplatz 4/6/1
A-1010 Wien
©2016 Medienreferat der Österreichischen Bischofskonferenz. Alle Rechte vorbehalten.
http://www.katholisch.at/
Darstellung: