Dienstag 23. Mai 2017
04. Februar 2016

Ordensfrau: "Fasten reinigt und erneuert"

Sr. Monika Maria fastet seit über 30 Jahren als Ordensfrau im Kloster der Missionsschwestern vom Kostbaren Blut in Wernberg bei Villach - In Kursen gibt sie ihr Wissen in Kursen weiter

Schwester Monika Maria fastet als Ordensfrau seit über 30 Jahren. Für sie sind die 40 Tage vor Ostern ein psychischer und physischer Reinigungs- und Erneuerungsprozess, der den gesamten Menschen umfasst und Auswirkungen auf Körper, Seele und Geist hat. In Fastenkursen im Bildungs- und Gästehaus des Klosters Wernberg bei Villach der Missionsschwestern vom Kostbaren Blut erläutert sie den Teilnehmern, dass Fasten mehr ist als nur der Verzicht auf Nahrungsaufnahme. "Eine wichtige Rolle spielen auch der Umgang mit Zeit, Arbeit oder Beziehungen", erzählt die Ordensfrau im "Kathpress"-Gespräch.

Die Fastenzeit ist für Sr. Monika Maria eine im Jahreskreis gut strukturierte kostbare Zeit, "die uns einfach immer wieder erinnert, worauf es ankommt". Im Christentum hat sie ihren Sinn in der Vorbereitung auf das Osterfest und erinnert an die 40 Tage, die Jesus in der Wüste verbracht und den Versuchungen widerstanden hat. Dieser Hintergrund ist für die Ordensschwester die perfekte Ausgangsposition, "sich verschiedener Abhängigkeiten bewusst zu werden". Fasten sensibilisiere für die Sinnfragen im Leben. Als Stärkung der seelischen und geistigen Kräfte sei es in vielen Religionen eine jahrtausendealte Tradition.

Eine gute Hilfestellung für den geistigen Aspekt des Verzichts bieten für die Ordensfrau die täglichen liturgischen Texte - "eine wunderbare Grundlage, die mich sozusagen in den Spiegel schauen und mich mein Leben genauer in den Blick nehmen lässt". Bedingung für das Gelingen sei allerdings die innere Bereitschaft, sich auf den Prozess einzulassen. Dann allerdings biete das Fasten die Möglichkeit, aus dem gewohnten Alltag auszusteigen, um sich neu zu besinnen. Am Ende stehe ein Gewinn an Ausdauer, eine innere Freiheit und ein gewisses Empfinden von Leichtigkeit. So werde ein differenzierterer Blick auf so manche Schwere des Alltags möglich.

Ein wichtiger Aspekt sei neben der Reflexion und dem Verzicht auch körperliche Bewegung - am besten in der frischen Luft, gekoppelt an Wahrnehmungsübungen und Meditation, rät Sr. Monika Maria. "Ein wertvolles Buch, ein sehenswerter Film, ein ehrliches Gespräch, Zeit, meinen Schrank oder meinen Schreibtisch zu ordnen, können den Prozess des Loslassens verstärken." Es sei eine große Chance, in dieser neuen Offenheit und Sensibilität neue Perspektiven zu entwickeln, Prioritäten zu setzen und neue Handlungsmuster zu entwickeln.

Die Schwestern fasten im Klosteralltag sehr individuell. Lediglich zu Beginn der Fastenzeit versammeln sie sich zu einem Treffen, um ein Motto festzulegen. An Freitagen wird traditionell die Fastensuppe serviert. Die sehr persönlichen Initiativen, die sich jedes Jahr ergeben, seien erstaunlich. Das ersparte Geld geht an ein soziales Projekt.

Fastenärztin: Fasten führt zu Hungerstoffwechsel
Dass Fasten gesund ist, bestätigt auch Michaela Lehmann, ärztliche Leiterin des Kurhauses Bad Kreuzen (OÖ) der Marienschwestern vom Karmel. Beim Fasten stelle sich der sogenannte Hungerstoffwechsel ein, der Körper müsse auf andere Energiereserven zurückgreifen. Positiver Aspekt sei eine Gewichtsreduktion oder die Ausschüttung von Endorphinen, die eine Stimmungsaufhellung bewirke. "Wir müssen uns ganz bewusst auf uns besinnen und unseren Lebensstil anpassen. Dadurch kommt es zur Bewusstseinserweiterung, wir werden sensibler."

Vor dem bekannten JoJo-Effekt, der im Anschluss einer Diät zu einer vermehrten Gewichtszunahme führt, müssten sich Faster nicht fürchten, so Lehmann. Allerdings nur dann, "wenn man das bewusste Innehalten und die gerichtete Aufmerksamkeit auch nach dem Fasten beibehält, kann es gelingen, das Gewicht zu halten."

Menschen, die zum ersten Mal fasten, rät die Ärztin zu einer professionellen Begleitung. Durch die Veränderung des Stoffwechsels komme es oft zu unvorhergesehenen Reaktionen des Körpers. Grundsätzlich empfiehlt sie, sich mindestens zwei Tage lange auf den Fastenprozess vorzubereiten. "Schon an den Vorbereitungstagen wird weniger gegessen, auch fettarmer und ballaststoffhältiger. Auf Süßwaren und Genussmittel verzichtet man ganz. Der Darmentleerung dienen Glaubersalz und Einläufe, beim Hildegard-Fasten Flohsamen." Während des Fastens sollen übermäßige Reize von Außen vermieden und unterstützende Maßnahmen wie etwa Bäder, Massagen oder Bürstungen in Anspruch genommen werden.

 

 

Quelle: kathpress

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